Mittwoch, Dezember 26, 2007

Vertonung durch Ulf-Diether Soyka

Der Website von Ulf-Diether Soyka entnehme ich, dass er einmal einen Text von Jeannie Ebner vertont hat, und zwar 1979: "Vier Lieder opus 6/1 nach Texten von Marie-Therese Kerschbaumer, Doris Mühringer, Hilde Stöger-Ehrenberger und Jeannie Ebner" (1979)". Wurde - gesungen von Mezzosopran Margarete Palm, am Klavier der Komponist - auch im ORF gezeigt. - Leider steht nicht dabei, um welche Texte es sich handelt.

"einfaches, umfriedetes Leben"

Im Text "Literatur und Widerstand" von Konstantin Kaiser (zu finden auf literaturepochen.at) heißt es: "'Wann endlich werden wir den Heroismus wieder vertauschen dürfen mit der heißersehnten Banalität eines einfachen, umfriedeten Lebens?', fragte Jeannie Ebner in 'Wien, März 1945'(Ebner o. J., 76)".

Tage der schöpferischen Jugend

Im Vortrag "Vera Ferra-Mikura. Eine große österreichische Schriftstellerin, die auch viele kleine Leser begeisterte. Leben und Werk einer Nicht-nur-Kinderbuchautorin", den Susanne _Blumesberger und Elisabeth Mikura am 3. März 2003 im Institut für Wissenschaft und Kunst hielten, heißt es: "Neben Christine Lavant, Jeannie Ebner und vielen anderen nahm Vera Ferra-Mikura im Juni 1951 auch an den Tagen der schöpferischen Jugend in Kapfenberg teil" (online nachzulesen).

Bibliographie 2001 -

Primärliteratur

  • Wimmer, Paul (Red.): Lichtsignale. Ausgewählte Gedichte. St. Pölten: Podium 2005 (= Podium-Porträt 21)
  • Sekundärliteratur

  • Thuswaldner, Anton: "Böser Dichter isst zu Abend". In: Salzburger Nachrichten, 24. September 2007
  • Weidermann, Volker: "Wie wahr darf Kunst sein?". In: FAZ, 3. Juni 2007
  • Schmid-Bortenschlager, Sigrid: "Beziehungen. Beobachtungen zur Rolle von Schriftstellerinnen in der österreichischen Nachkriegsliteratur". In: Kunzelmann, Heide (Hrsg.): Kontinuitäten und Brüche. Österreichs literarischer Wiederaufbau nach 1945. Wien: Athena 2006, S. 63 – 75
  • Schmid-Bortenschlager, Sigrid: "Österreichische Literatur von Frauen in den fünfziger Jahren". In: Białek, Edward / Żyliński, Leszek (Hrsg.): Die Quarantäne. Deutsche und österreichische Literatur der fünfziger Jahre zwischen Kontinuität und Neubeginn. 2., erw. Aufl. Wrocław / Dresden: Neisse-Verl. 2006, S. 59 – 80
  • Wimmer, Paul: "Der Lehrstoff ist das Leben. Zum Gedenken an Jeannie Ebner" In: Der literarische Zaunkönig 2 (2004), S. 29 - 31
  • Neissl, Julia: "Zwischen Anpassung und Aufbegehren. Junge Autorinnengeneration in Österreich nach 1945 und ihre Auseinandersetzung mit Sexualität". In: Caemmerer, Christiane et al. (Hrsg.): Erfahrung nach dem Krieg. Autorinnen im Literaturbetrieb 1945 – 1950. Frankfurt: Peter Lang 2002, S. 57 – 68
  • Schmidjell, Christine: "Mauerblümchen, na und? Beispiele aus der österreichischen Literatur der fünfziger und sechziger Jahre". In: Strigl, Daniela (Hrsg.): Frauen verstehen keinen Spaß. Wien: Zsolnay 2002 (= Profile 9)
  • Donnerstag, November 29, 2007

    Buchpräsentation "Gerhard Fritsch" am 4. Dezember

    Die umfassende Monographie Stefan Alkers "Das Andere nicht zu kurz kommen lassen. Werk und Wirken von Gerhard Fritsch", erschienen bei Braumüller 2007, wird am Dienstag, dem 4. Dezember 2007, um 19 Uhr 30 im Lesesaal der Wienbibliothek, Rathaus, Stiege 4, 1.Stock, 1082 Wien vorgestellt. Nach der Begrüßung durch Sylvia Mattl-Wurm und einleitenden Worten von Konstanze Weber sprechen Wendelin Schmidt-Dengler und Stefan Alker miteinander über das Buch. - Ich habe nun in die zugrundeliegende Dissertation reingelesen (das Buch war ausgeliehen und vorgemerkt), aber leider nicht viel über Jeannie Ebner gefunden, nicht einmal in dem Abschnitt über "Literatur & Kritik". Dafür waren für mich als Bibliothekarin die Passagen über Fritsch als Bibliothekar (er war ja einige Jahre bei den Büchereien Wien tätig) und Fritsch' Kampf gegen "Schmutz und Schund" sehr interessant.

    Freitag, November 09, 2007

    Jeannie Ebner-Bibliographie

    Ich werde nun die Liste der Literatur von und zu Jeannie Ebner auch online sammeln und hier zur Verfügung stellen. Die Angaben werden laufend ergänzt - ich fange einfach mal mit dem an, was mir unterkommt.
  • 1941 - 1950
  • 1951 - 1960
  • 1961 - 1970
  • 1971 - 1980
  • 1981 - 1990
  • 1991 - 2000
  • 2000 -
  • Bibliographie 1961 - 1970

    Primärliteratur

  • Figuren in Schwarz und Weiß. Roman. Gütersloh: Mohn 1964
  • Buchebner, Walter (Hrsg.): Im Schatten der Göttin. Graz/Wien: Stiasny 1963 (= Stiasny Bücherei 137)
  • Die Götter reden nicht. Erzählungen. Gütersloh: Mohn 1961
  • Sekundärliteratur

  • Buchebner, Walter: "Die Dichtung gibt Antwort. Ein Versuch über Jeannie Ebner". In: Wort in der Zeit 8 (1962) 9, S. 3 - 10
  • Übersetzungen

  • Dayan, Yael: Der Tod hat zwei Söhne. Roman. 2. Aufl. Wien: Molden 1968
  • Dayan, Yael: Spuren im Staub. Roman. Deutsche Erstveröffentlichung. München: Non Stop Bücherei 1968
  • Madariaga, Salvador de: Über Don Quijote. Wien/München: Molden 1965
  • Bibliographie 1951 - 1960

    Primärliteratur

  • Die Wildnis früher Sommer. Roman. Köln: Kiepenheuer & Witsch 1958
  • Gesang an das Heute. Gedichte, Gesichte, Geschichten. Wien: Jungbrunnen-Verlag 1952 (= Junge österreichische Autoren 9)
  • Sekundärliteratur

    Bibliographie 1981 - 1990

    Primärliteratur

  • Papierschiffchen treiben. Erlebnis einer Kindheit. Graz/Wien: Styria 1987
  • Jörg Mauthe (Hrsg.): Neues Wiener Lesebuch. Wien: Wiener Journal 1985 [Details zu Beitrag fehlen noch]
  • Der Königstiger. Erzählung. 3. Aufl. Graz/Wien: Styria 1984
  • Aktäon. Novelle. Graz /Wien: Styria 1983
  • Drei Flötentöne. Roman. Lizenzausgabe. Wien: Buchgemeinschaft Donauland 1983 / Kremayr & Scheriau 1984
  • Drei Flötentöne. Roman. 1. - 3. Tsd. Graz/Wien: Styria 1981 / 2. Aufl. Graz/Wien: Styria 1983
  • Ebner, Jeannie: "Literatur weiblicher Autoren - ja! Aber wieso Frauenliteratur?". In: Kleiber, Carina / Tunner, Erika (Hrsg.): Beiträge des Internationalen Kolloquiums Frauenliteratur in Österreich von 1945 bis heute. Bern: Peter Lang 1986, S. 55 - 61
  • Sekundärliteratur

  • Kleiber, Carine: "Jeannie Ebners emanzipatorische Bestrebungen". In: dies. / Tunner, Erika (Hrsg.): Beiträge des Internationalen Kolloquiums Frauenliteratur in Österreich von 1945 bis heute. Bern: Peter Lang 1986, S. 79 - 86
  • Schmölzer, Hilde: "Jeannie Ebner. Daß ich an einen Sinn glaube, das genügt". In: dies.: Frau sein & schreiben. Österreichische Schriftstellerinnen definieren sich selbst. Wien: ÖBV 1982, S. 54 – 61
  • Cella, Ingrid: "'Das Rätsel Weib' und die Literatur: Feminismus, feministische Ästhetik und die neue Frauenliteratur in Österreich". In: Zeman, Herbert (Hrsg.): Studien zur österreichischen Erzählliteratur der Gegenwart. Amsterdam: Rodopi 1982, S. 189 – 228
  • Übersetzungen

  • Richard Bach: Die Möwe Jonathan. 27. Aufl. Berlin: Ullstein 1984 [Jonathan Livingston seagull]
  • Bücher, die ich schon gelesen habe

    Um die Übersicht zu bewahren, notiere ich hier die Bücher und Sammelbände, die ich schon gelesen habe:
  • Aktäon
  • ...und hat sein Geheimnis bewahrt
  • Drei Flötentöne
  • Figuren in Schwarz und Weiß
  • Wildnis früher Sommer
  • Flucht- und Wanderwege
  • Der Genauigkeit zuliebe. Tagebücher 1942 - 1980
  • Papierschiffchen treiben
  • Die neue Penelope
  • Der Königstiger
  • Donnerstag, November 08, 2007

    In den eigenen Roman vertieft

    Bei nahezu allen literarischen Texten von Jeannie Ebner, die ich bisher gelesen habe, muss ich mich über weite Strecken zum Lesen zwingen. Vielleicht bin ich durch das viele Krimi-Schauen und Science Fiction-Lesen schon so plot-fixiert, dass ich eine Anhäufung handlungsarmer Passagen nicht mehr aushalte, ich weiß es nicht ;-) Und meine hierblogs geäußerte Ansicht über "Drei Flötentöne", dass der Verleger oder Lektor sich hätte einschalten müssen, um aus einem Buch mit guten Ansätzen ein gutes Buch zu machen, würde ich mittlerweile getrost auch auf andere Texte anwenden.
    Aber dann immer wieder rührt eine Szene mich plötzlich an: "Ich sah uns beide, ein Paar, Hand in Hand dasitzen, indes jeder in einem Buch las. Jeder war in seinen eigenen Roman vertieft, war woanders, innerlich weit fort; aber sooft einer von uns umblätterte oder ein neues Kapitel begann, wurde er sich kurz der Nähe und Wärme der Hand bewußt, die er hielt" (...und hat sein Geheimnis bewahrt. Roman. Styria 1991, S. 98).
    Und dann weiß ich wieder, warum ich weitergelesen habe - es werden immer wieder kleine Situationen so geglückt und treffend festgehalten. Manchmal werden auch Figuren mit ganz wenigen Worten charakterisiert und kommen der Leserin gleich vertraut vor.

    Leichtfüssig

    In der Reihe "Magazin" der Wienbibliothek ist als Band 4 "Leichtfüßig" von Jeannie Ebner erschienen. Kann aber auf der Website die Seite nicht mehr finden, auf der ich das gelesen habe, dabei wollte ich mir das eigentlich kaufen.
    Update 8.11.:Ich habe mir den Band per Fernleihe aus Salzburg bestellt. Das 24seitige Heft beinhaltet auf dottergelbem Papier ein Selbstportrait, verschiedene gedruckte und handgeschriebene Texte Ebners, einen Brief von Christine Busta, Photos, eine Auswahlbibliographie und den Text "Das Wagnis, die Welt ins Gleichnis zu bannen" von Kurt Klinger: "Es begann die bis heute nachwirkende neue Ideologisierung der Literatur, die den 'Zwischenwelten' Jeannie Ebners und der mythischen Tiefendimension ihrer Texte das Verständnis versagte"...

    Montag, November 05, 2007

    Das Andere nicht zu kurz kommen lassen

    Das Buch "Das Andere nicht zu kurz kommen lassen. Werk und Wirken von Gerhard Fritsch" von Stefan Alker ist als Band 23 der Reihe "Wiener Arbeiten zur Literatur" bei Braumüller erschienen. Der Verlag schreibt dazu: "Anhand des erstmals untersuchten Materials aus dem Nachlass unternimmt der Germanist Stefan Alker eine Relektüre von Werk, literarhistorischer Position und literaturbetrieblicher Rolle des Schriftstellers. Unbekannte Entwürfe, zahlreiche Stellungnahmen, erstmals veröffentlichte Korrespondenz und persönliche Notizen aus den Tagebüchern des Autors geben ein völlig neues Bild, bei dem das 'Andere' der österreichischen Literatur und des behandelten Autors nicht zu kurz kommen".

    Freitag, November 02, 2007

    Jeannie Ebner: Bibliographie 1991 - 2000

    Primärliteratur

  • Flucht- und Wanderwege. St. Pölten: Literaturedition Niederösterreich 1998
  • "Danke". In: Vujica, Elke (Hrsg.): Im Dialog mit Hans Weigel. Freunde und Weggefährten erinnern sich. Graz/Wien: Styria 1998, S. 41 f.
  • Korolevskij tigr. Povest'. Perevod s nemeckogo Galiny Snežinskoj. Sankt Petersburg: Symposium 1998 (= Avstrijskaja biblioteka v Sankt-Peterburge)
  • Trenkler, Gerhard (Hrsg.): Die neue Penelope. Ein Jeannie-Ebner-Lesebuch. Graz/Wien: Styria 1998
  • Der Genauigkeit zuliebe. Tagebücher 1942 - 1980. Graz/Wien 1993
  • Würtz, Herwig (Hrsg.): Leichtfüß:ig. Wien: Wiener Stadt- und Landesbibliothek 1993 (= Magazin der Wiener Stadt- und Landesbibliothek 4)
  • Sämtliche Gedichte. 1940 - 1993. Wiener Neustadt: Merbod 1993
  • Three flute notes. Transl. and with an afterword by Lowell A. Bangerter. Riverside: Ariadne Press 1993 (= Studies in Austrian literature, culture, and thought)
  • The Bengal tiger. Transl. and with an afterword by Lowell A. Bangerter. Riverside: Ariadne Press 1992 (= Studies in Austrian literature, culture, and thought)
  • Zauberer und Verzauberte. Graz/Wien: Styria 1992
  • Der Königstiger. Erzählung. Sprecherin: Lilo von Plüskow. Gekürzte Fassung. Murrhardt: Schumm 1992 (= Schumm sprechende Bücher)
  • ... und hat sein Geheimnis bewahrt. Roman. Graz/Wien: Styria 1991
  • Sekundärliteratur

  • Kandolf, Hans Gerhard: Die Pürgger Dichterwochen 1953 – 1954 – 1955. Bad Aussee: Verein der Freunde des Kammermuseums 1997
  • Lamb-Faffelberger, Margarete: "Out from the Shadows: On Contempory Austrian Literature and Film created by Women". In: Trans 7 (1999)
  • Gürtler, Christa: "Zum Paradigma der Frauenliteratur in Österreich. Über die (Un-)Möglichkeit der Erregung öffentlicher Aufmerksamkeit". In: Schmidt-Dengler, Wendelin et al. (Hrsg.): Konflikte - Skandale - Dichterfehden in der österreichischen Literatur. Berlin: Erich Schmidt 1995, S. 267 - 279
  • Schreiber, Hermann: "Werkstattgespräche". In: Literatur und Kritik 281+282 (1994), S. 97 - 99 (Rezension zu: Ebner, Jeannie: Der Genauigkeit zuliebe)
  • Suchy, Viktor: "Die Traumhäuptige: Traum und Wirklichkeit im Werk Jeannie Ebners". In: Lunzer, Heinz (Hrsg.), Suchy, Viktor (gefeierte Person): Studien zur österreichischen Literatur. Wien: Dokumentationsstelle für Neuere Österreichische Literatur im Literaturhaus 1992, S. 259 – 272 (Zuerst in: Literatur und Kritik 1988, S. 335 – 348)
  • Schmidjell, Christine: "'Geh ohne Mantel und vergiß, was deine Heimat war': Hertha Kräftner und die Generation 'Junger Autorinnen' nach 1945". In: Walter Buchebner-Literaturprojekt: Das Schreiben der Frauen in Österreich seit 1950. Wien: Böhlau 1991, S. 9 – 21
  • Wurzrainer, Edith: Themenkonstanten im Roman-Werk von Jeannie Ebner. Wien, Univ., Dipl.-Arb., 1991
  • "Jeannie Ebner". In: Katharina M. Wilson (Hrsg.): Encyclopedia of continental women writers". St. James Press 1991, S. 360
  • Gürtler, Christa: "'...weil ja fast alle Frauen stumm dabeisaßen'. Debüts österreichischer Schriftstellerinnen 1945-1950". In: Walter Buchebner-Literaturprojekt: Das Schreiben der Frauen in Österreich seit 1950. Wien: Böhlau 1991, S. 203 - 214
  • Übersetzungen

  • Bach, Richard: Die Möwe Jonathan. 4. Aufl. Berlin: Ullstein 1992
  • Bach, Richard: Die Möwe Jonathan. 7. Aufl. Berlin: Ullstein 1996
  • Morgenstern, Christian: Galgenlieder = Gallows songs. Wiener Neustadt: Merbod 1996
  • Mittwoch, Oktober 31, 2007

    Gliederungsidee für die Diplomarbeit

    Gestern beim DiplomandInnenseminar hatte ich während eines sehr interessanten Referats über die Straßenbahn bei Heimito von Doderer eine Eingebung, was die Gliederung meiner Diplomarbeit betrifft (das Referat war wirklich interessant, vielleicht deswegen inspirierend). Die Idee ist, jeweils anhand von Äußerungen und Lebenserfahrungen Ebners und anhand von fiktiven Frauenfiguren in einer ausgewählten Werkzahl verschiedene "Frauenthemen" (soviele Anführungszeichen kann ich gar nicht machen, wie da gehören würden) zu beleuchten. Hier der erste Entwurf.

  • sexuelles Erwachen - dazu passt Pin in "Die Wildnis früher Sommer"
  • Abtreibung - Ebners Erzählung "Das Bett" mit Verweis auf Aichingers "Spiegelgeschichte"
  • freiwillige Kinderlosigkeit - dazu gibt es zahlreiche Briefpassagen
  • evtl. Eheschließung und Eheleben
  • Mehrfachbelastung - gerade dazu gibt es sehr viel, und das lässt sich gut mit "Frauen im Literaturbetrieb nach 1945" verbinden
  • selbstbestimmte Berufswahl und Akzeptanz im Beruf - u.a. Therese in "Figuren in Schwarz und Weiß" und Ich-Erzählerin in "... und hat sein Geheimnis bewahrt". Dazu passt aber auch Autobiographisches, wie die "ein Bursch direkt"-Anekdote.
  • sexuelles Begehren im Alter - Novelle "Aktäon", die ja laut Ebnerscher Aussage sehr autobiographisch ist
  • evtl. Selbstmord - zahlreiche Beispiele, z.B. Drei Flötentöne. Darauf muss ich auf jeden Fall eingehen, aber vielleicht besser auch bei der Behandlung der Selbstmord begehenden Figuren innerhalb anderer Abschnitte.
  • Fertig mit "Wildnis früher Sommer"

    Nachdem ich mit der über weite Strecken erfreulichen Lektüre von "Die Wildnis früher Sommer" (1958) - der Titel stammt übrigens von Thomas Bernhard - fertig bin, habe ich mich auf "Die Götter reden nicht" (1961) verlagert. Bin nach den ersten hundert Seiten skeptisch, ob die Bezeichnung "Roman" den vorliegenden Text wirklich trifft.

    Update: Wäre kein Wunder, denn "Die Götter reden nicht" ist ein Erzählband, ;-) Ich komme schon ganz durcheinander. Das Buch, das ich begonnen habe, ist jedenfalls "... und hat sein Geheimnis bewahrt".

    Mittwoch, Oktober 24, 2007

    Ebner beim Bachmannpreis

    Ich hatte zwar Jeannie Ebners Kritik an Marcel Reich-Ranickis Verhalten beim Bachmannpreis gelesen und darüber auch hierblogs geschrieben, aber nicht realisiert, dass sie als Autorin, nicht als Jurorin oder Zuschauerin am Bachmannpreis teilgenommen hat - zumindest wird sie auf der ORF-Seite zu 25 Jahre Ingeborg-Bachmann-Preis im Jahr 1978 als solche gelistet - neben Leuten wie Helmut Eisendle, Christine Haidegger, Angelika Mechtel, Ulrich Plenzdorf, Jutta Schutting und O.P. Zier. Zur Jury gehörte in diesem Jahr nicht nur der kritisierte Reich-Ranicki, sondern auch u.a. Gertrud Fussenegger, Peter Härtling, Adolf Muschg, Hilde Spiel und Hans Weigel.

    Dienstag, Oktober 23, 2007

    Elegante, beckenlose Geschöpfe

    Gestern beim Nachhausefahren habe ich mir überlegt, dass ich heute in diesem Weblog schreiben würde: "Weil ich noch immer keine DVB-T-Box habe, habe ich - statt 'Grey's anatomy' zu schauen - begonnen, ein weiteres Buch von Jeannie Ebner zu lesen". Nun, auf wundersame Weise konnte ich trotz Abschaltung des analogen Signals ORF1 empfangen (allerdings sehr schlecht) - und plötzlich auch ATV in bester Qualität, was ich bisher gar nicht reinbekommen habe. Langer Rede kurzer Sinn: Ich habe nun also wider Erwarten Grey's Anatomy (ORF1) und Stargate (ATV) geschaut, aber dennoch mit einem Buch von Jeannie Ebner begonnen - "Die Wildnis früher Sommer (meine Ausgabe: Kremayr & Scheriau 1978).
    Zitat: "Zwar hatte er jetzt Freundinnen in der Stadt, elegante, beckenlose Geschöpfe, die nach Seife und reiner, parfümierter Wäsche dufteten, aber in den schwarzen Zöpfen der Köchin hing, neben dem Dunst des Spülwassers, dem Bratengeruch und Gemüsebrodem, dennoch ein wenig fremdes Gewürz, süßlich und gepfeffert zugleich" (S. 156).

    Montag, Oktober 15, 2007

    "Wie wahr darf Kunst sein?"...

    ...fragt Volker Weidermann in einem FAZ-Artikel vom 3. Juni 2007. Anlass für den Text über "Holzfällen" ist das Erscheinen von Band 7 der Bernhard-Werkausgabe bei Suhrkamp. Weidermann schreibt unter anderem über ein Treffen zwischen Siegfried Unseld und Thomas Bernhard am 7. April 1984, als zweiterer gerade seinen Roman "Holzfällen" vollendet hat und ersterer noch nicht weiß, was auf ihn zukommen wird. "Fast alle Protagonisten von damals sind heute tot. Siegfried Unseld, Thomas Bernhard, das Ehepaar Lampersberg, auch Jeannie Ebner, die als Jeannie Billroth im Buch eine besonders unerfreuliche Rolle spielt. Keiner von ihnen lebt noch". - ORF-Bericht über die Gesamtausgabe. Hinweis aus Wortspiele.

    Donnerstag, Oktober 11, 2007

    Deutschsprachige Lyriker des 20. Jahrhunderts: keine Jeannie Ebner

    Ich finde es immer wieder interessant, in welchen Nachschlagewerken und in welcher Sekundärliteratur zur Literatur bzw. Frauenliteratur des 20. Jahrhunderts Jeannie Ebner nicht behandelt wird. Im von Ursula Heukenkamp und Peter Geist herausgegebenen Band "Deutschsprachige Lyriker des 20. Jahrhunderts" (Erich Schmidt-Verlag 2006) kommt Ebner nur an einer Stelle vor: Im Beitrag von Carola Opitz-Wiemers über Christine Lavant heißt es: "Die Lampersbergs führen in den 50er Jahren den im Zentrum des Wallfahrtsortes Maria Saal gelegenen 'Tonhof', der neben Thomas Bernhard, H.C. Artmann, Jeannie Ebner oder Peter Turrini auch Lavant solange als 'Relaisstation des Geistes' gilt, da sie schöpferisch tätig sein konnte" (S. 357).
    Übrigens für mich ein wenig verwunderlich, dass in einem 2006 erschienenen Band im Titel keine Rede von Lyrikerinnen ist, und diese sind mit Else Lasker-Schüler, Rose Ausländer, Friederike Mayröcker... durchaus vertreten, wenn auch mit einem Verhältnis von vierundfünfzig Männern, sechs Aufsätzen über Gruppierungen bzw. Epochen und neun Frauen etwas unterrepräsentiert. Link zum Inhaltsverzeichnis.

    Mittwoch, Oktober 10, 2007

    "Holzfällen" im Theater

    Bis 17. Dezember ist im Salzburger Landestheater eine Bühnenfassung von Thomas Bernhards "Holzfällen" zu sehen. Claudia Dölker verkörpert darin sowohl Frau Auersperger als auch Jeannie Billroth. - Bilder der Aufführung gibt's bei theaterfoto.at zu sehen. - Ein "Gespräch zur Inszenierung" findet am 11. Oktober um 19.30 Uhr im Kammerfoyer (bei freiem Eintritt) statt.
    Werner Thuswaldner kommentiert in seinem Artikel "Böser Dichter isst zu Abend", der am 24. September in den Salzburger Nachrichten erschienen ist: "Dass der Roman nach seinem Erscheinen einen Skandal ausgelöst hat, weil Bernhard ehemalige engste Freunde, das Ehepaar Lampersberg, aber auch die Schriftstellerin Jeannie Ebner durch den Dreck gezogen hat, ist im Zusammenhang mit der Aufführung kein Thema". Der Kritik im Standard gab "gugg" den Titel "Aufgewärmte Skandalkonserve".

    Dienstag, Oktober 09, 2007

    Der "Glanz weiblicher Güte und Wärme"

    Nun nimmt auch schon mein Freundes- und Bekanntenkreis regen Anteil an meiner Arbeit: Ein Kollege hat mir den Aufsatz "Die Dichtung gibt Antwort. Ein Versuch über Jeannie Ebner" von Walter Buchebner zukommen lassen - erschienen in "Wort in der Zeit" 8 (1962) 9, S. 3 - 10. Ein Zitat daraus: "Unvergeßlich ... die Stunden des Gesprächs mit der Dichterin, deren Ruhm über die Grenzen des Landes längst hinausgedrungen ist. Das Zimmer milchig vom Zigarettenrauch. Dicht die Präzision der gesprochenen Sätze. Das Wort klar und ohne Übertreibung gesetzt. Oft mit erstaunlicher männlicher Kraft und doch überstrahlt vom Glanz weiblicher Güte und Wärme" (S. 5).

    Donnerstag, Oktober 04, 2007

    Wieder beim Seminar

    Ich habe beschlossen, in diesem Semester wieder das DiplomandInnenkolloquium zu besuchen - ich denke, eine gewisse Regelmäßigkeit und damit eine gewisse Struktur im Arbeiten wird meine Arbeit besser voranschreiten lassen. Ich war erfreut bis erleichtert, dass mir die überwiegende Zahl der Teilnehmerinnen und Teilnehmer schon aus dem letzten Semester bekannt ist - ich bin also nicht die einzige, die noch nicht fertig ist. Wer will denn da schon so genau sein und feststellen, dass viele der bekannten KollegInnen keine Diplomarbeiten, sondern zum Teil höchst ambitiöse Dissertationsprojekte verfolgen ;-)

    Freitag, September 28, 2007

    Übermalung der Finsternis

    Im von Georg Bydlinski und Franz M. Rinner herausgegebenen Band "Neue Gedichte aus Österreich. Übermalung der Finsternis" ist auch ein Beitrag von Jeannie Ebner enthalten. Erschienen 1994 bei der edition umbruch in Mödling-Wien. Restexemplare gibt es direkt beim Herausgeber, ansonsten Antiquarisch unter anderem via ZVAB erhältlich.

    Freitag, September 14, 2007

    Frauenleben

    In der Datenbank AUFFACTS bin ich darauf gestoßen, dass Jeannie Ebners Gedicht "Ein Frauenleben" in dem von Ingeborg und Rodja Weigand herausgegebenen Band "Viele von uns denken noch sie kämen durch wenn sie ganz ruhig bleiben. Deutschsprachige Gegenwartslyrik von Frauen mit zwölf Zeichnungen von Gertrude Degenhardt" abgedruckt wurde. Erschienen 1978 im Schwiftinger Galerie-Verlag und 1988 als Taschenbuchausgabe unter dem Titel "Wodurch ich anders bin. Gedichte von Frauen" bei Heyne.

    Montag, September 10, 2007

    Jeannie Ebner im Radiokolleg

    Ein dreizehnminütiger Beitrag aus der Reihe "Nachrichten aus der Nuss-Schale" des Radiokollegs auf Ö1 war am 13. August 2007 Jeannie Ebners Lyrik gewidmet. Die anderen beiden Teile widmen sich Erika Burkart und Ute Andresen. "Eine literarische Spurensuche zu drei Autorinnen, die mit ihren Gedichtbänden immer ein wenig abseits des lauten Literaturbetriebs standen..." Da freue ich mich sehr über mein Downloadabo!
    Die Sendung berichtet sogar über den Nachlass in der Wienbibliothek und interviewt Hermann Böhm, den Leiter der Handschriftensammlung. Sie sei wie u.a. Gerhard Fritsch ein "Movens für die neue Literatur" nach 1945 in Österreich gewesen - ohne selbst ganz radikal neue Literatur selbst zu machen, habe sie anderen Wege geebnet. Ihr umfassender Briefwechsel sei im Nachlass sehr gut dokumentiert. Gerhard Ruiss' Nachruf von 2004 wird auch zitiert.

    Dienstag, Juli 31, 2007

    "sympathische Kettenraucherin"

    Im Forum "Kunst und Literatur im Internet" der gruppe-vier-w schreibt Wolfgang Ratz: "Ich hab die Jeannie Ebner noch persönlich kennengelernt, eine sympathische Kettenraucherin. Sie war damals schon halb taub, und ihr donnerndes "Ich hör nix" bei Lyriklesungen legendär. Ihre Gedichte sind an klassische Vorbilder angelehnt, aber nicht epigonal; es ist immer eine/ihre eigene Stimme zu hören". - Gefunden mit Metager.

    Donnerstag, Juli 26, 2007

    "Reinigungs- und Kontrollarbeiten"

    Genau wenn ich Urlaub habe, ist die Wienbibliothek geschlossen: "Von 6. August bis 26. August 2007 ist die Bibliothek wegen der jährlichen Reinigungs- und Kontrollarbeiten geschlossen" :-(
    Naja, muss eben sein, das verstehe ich ja, ich werde mich einfach auf die bisher recherchierten Sachen stürzen, ich habe ohnedies schon drei dicke Mappen voll Sekundärliteratur und noch jede Menge Primärliteratur zu lesen.

    Montag, Juli 23, 2007

    Ebner bei World Wide Science

    World Wide Science ist eine neue, auf wissenschaftliche Quellen spezialisierte Suchmaschine, die verschiedene geprüfte Quellen absucht und anscheinend als Gegengewicht zu Google Scholar fungieren soll ("WorldWideScience.org is the prototype for a global science gateway connecting you to national and international scientific databases"). Zu Jeannie Ebner habe ich hier aber nur Buchpublikationen aus Bibliothekskatalogen über Vascoda gefunden. Auch bei Scirus wurde ich nicht wirklich fündig. - Über Google Scholar, das ich in regelmäßigen Abständen verwende, bin ich dagegen wieder auf einen neuen Artikel gestoßen, in dem Jeannie Ebner behandelt wird: "Between Regeneration and Stagnation: The Dislocation of Austrian Poetry in the Decade after 1945" von Anthony Bushell, erschienen in den Austrian Studies, Ausgabe 12 (2004) 1.

    Montag, Juli 09, 2007

    Ausverkaufte Gedichte

    Dieter Scherr führte mit Manfred Chobot ein Interview über die Taschenbuchreihe "Lyrik aus Österreich", die seit 1976 beim Badener Verlag Grasl erscheint. Darin bemerkt Scherr, dass der erste ausverkaufte Band von Jeannie Ebner stamme, und Chobot antwortet: "Der erste Band von Jeannie Ebner hat sich gut verkauft. Der andere ist hingegen noch erhältlich. Die Vermutung, daß die Käufer des einen Bandes auch den zweiten kaufen, trifft offenbar nicht zu. Der Band von Peter Henisch ist vergriffen, ein Band von Peter Paul Wiplinger. Die ersten beiden Bände von Hans Heinz Hahnl haben sich weitaus besser verkauft als der dritte. Die Gedichte eines Bandes sind ja wohl nicht besser als die des anderen. Sind es Moden? Sind es Zufälle? Eine gute Rezension vielleicht? Kriterien, die undurchschaubar sind".

    Outside the literary canon

    Margarete Lamb-Faffelberger schreibt in ihrem Aufsatz "Out from the Shadows: On Contempory Austrian Literature and Film created by Women", der 1999 in der Internet-Zeitschrift für Kulturwissenschaften TRANS erschienen ist: "Outside the literary canon as well as the male-dominated avant-garde art scene, the young Nachkriegsgeneration (post WW II generation) of Austrian women writers made their debut on the literary stage, for instance Marlen Haushofer, Ilse Aichinger, Ingeborg Bachmann, Jeannie Ebner, Friederike Mayröcker, Christine Busta, and Christine Lavant. Born in the late 1910s and early 1920s and having come of age during the bitter Nazi years, these women searched for their own voice in order to effectively articulate the realities of their lives".

    Paul Wimmers Nachruf...

    ..."Der Lehrstoff ist das Leben. Zum Gedenken an Jeannie Ebner" ist mir heute untergekommen. Er ist in Ausgabe 2/2004 der Zeitschrift der Erika Mitterer Gesellschaft, "Der literarische Zaunkönig", erschienen (S. 29 - 31) und als pdf abzurufen.
    Wimmer schreibt unter anderem: "Charakteristisch für ihren Erzählstil ist die Verzahnung von Traum und Wirklichkeit, die Überschneidung von realen und irrealen Seinsebenen, der Wille zur Sinngebung. (...) Alles konnte ihr Anlass zum Gedicht werden, ein Blick aus dem Fenster ihrer kleinen Wohnung in der Schloßgasse in Wien, ein Gemälde, ein Baum, eine Schutthalde, aber auch eine Rätselfigur wie Turandot, eine Blüte".

    Gallows songs

    Ich habe mir am vorletzten Wochenende Jeannie Ebners Übersetzung von Christian Morgensterns Galgenliedern gekauft, die 1996 beim Wiener Neustädter merbod-Verlag erschienen ist. Ein kurzes Beispiel:
  • Original: Heilig ist die Unterhose, wenn sie sich in Sonn und Wind, frei von ihrem Alltagslose auf ihr wahres Selbst besinnt.
  • Übersetzung: Holy be thy underwear, pants in wind and sun are free, freed from everyday's despair, sensing what they're meant to be.
  • Jeannie Ebner und das Kontrollamt

    Sogar Kontrollamtsberichte findet man, wenn man in einer Suchmaschine nach Jeannie Ebner sucht (diesmal ask.com): und zwar bei der Prüfung der an der Wienbibliothek beheimateten Kamilla und Wolfgang Waniek-Stiftung durch das Wiener Kontrollamt: "Im Jahr 1998 war aus den Erträgnissen der Stiftung ein Betrag von S 35.000,– (entspricht 2.543,55 EUR) als Druckkostenzuschuss für die Herausgabe zweier Bücher von Fritz Hochwälder und Jeannie Ebner verwendet worden. Diese Verwendung hatte den Satzungen entsprochen".

    Mittwoch, Juli 04, 2007

    Ebner als literarisches Vorbild

    Im Nachruf auf Isolde Lachmann von Rüdiger Jung heißt es: "Ich erinnere mich, in den Lindenberger Tagen Frau Lachmann nach ihren literarischen Vorbildern gefragt zu haben. Nach einer Weile des Überlegens fiel der Name Jeannie Ebner" (zitiert aus der Nummer 74 der Zeitschrift "Sommergras"). - Mit "Lindenberger Tage" ist der Zweite Kongress der Deutschen Haiku-Gesellschaft 1991 in Lindenberg gemeint.

    Post aus Neuseeland

    Wie hier schon einmal berichtet, wurden an der neuseeländischen University of Otago zwei Diplomarbeiten über Jeannie Ebner geschrieben: "Charakterisierungstechnik in den Romanen Jeannie Ebners" von Susan Davis und "'Mensch' und 'Welt' in Jeannie Ebner's Erzählungen" von Carolyn E. Moffat. Wie ich heute festgestellt habe, bietet die Bibliothek außerhalb Neuseelands keine Fernleihe an, man kann aber eine Preisanfrage für eine Kopie stellen, was ich heute getan habe. Jetzt warte ich ab...

    Mittwoch, Juni 27, 2007

    Knurrender Magen

    Zufällig bin ich auf der Seite des SOMLib Digital Library Project, das mir noch von der Information Retrieval-Lehrveranstaltung bei Dieter Merkl bekannt ist, auf einen Artikel des "Standard" über das 75 Jahr-Jubiläum des österreichischen PEN-Clubs gestoßen, in dem es heißt: "Jeannie Ebner, einem der ältesten Clubmitglieder, knurrte zu dieser späten Stunde schon der Magen. Die Geburtstagsansprachen habe sie nicht alle mitbekommen, die Stimmen seien 'so dünn'. Aber 'den Gerhard Bronner' findet sie 'heut' noch fesch'".

    Samstag, Juni 16, 2007

    Ebner an Brehm

    Ich habe jetzt schon 1-2-3-mal über Jeannie Ebners Besuch bei den Dichterwochen in Pürgg geschrieben und am Dienstag doch wieder etwas Neues entdeckt: Beim nochmaligen Durchblättern der Korrespondenz in Archivbox 1, die ich nun (vorläufig?) zurückgegeben habe, ist mir ein Brief an Bruno Brehm aufgefallen, in dem es heißt, dass sich Ebner noch nie auf einer Tagung so wohlgefühlt habe: "Ich glaube, das liegt an der vorurteilslosen, gleichmäßigen Herzlichkeit der Gastgeber, die es verstanden ganz Alte und ganz Junge, Moderne und Konservative, und Leute verschiedenster Weltanschauungen unter einen Hut zu bringen". Hm.

    Freitag, Juni 15, 2007

    Im Dickicht des Pelion

    Ein Buch, das Jeannie Ebner und ihren Bekanntenkreis stark beeindruckt hat und von dem sie immer wieder spricht, ist "Im Dickicht des Pelion" von Werner Helwig. Dabei handelte es sich um eine Empfehlung der Buchhändlerin Christiane Wagner, "ich lieh es meiner Freundin Joana Thul und dem Maler und Gobelinweber Fritz Riedl", heißt es im "Versuch einer Selbstbiographie". Danach entbrannte der Wunsch, nach Griechenland an den Ort des Romangeschehens zu fahren, was erst nach Jahren möglich wurde, als Ebner Geld von einer Übersetzung übrig hatte und Riedl nach einem größeren Auftrag einen 2CV erwerben konnte, "der aussah wie aus Pappendeckel gemacht und der auch zu jenen Gegenständen gehörte, die man sofort gern hat". Wenig später fuhr eine Gruppe in zwei Autos nach Griechenland, die Eindrücke wie auch das Buch selbst bewegten Ebner anscheinend über Jahre. - Der im Nachlass erhaltene "Versuch einer Selbstbiographie", den ich am Dienstag durchgeblättert habe, erinnerte mich übrigens stark an "Papierschiffchen treiben". Da ist wohl vieles eingeflossen.

    Pause

    Im Moment geht bei der Diplomarbeit nichts weiter, weil ich bis 30. Juni einen Aufsatz über utopische Frauenwelten und Männergesellschaften fertigmachen muss und mich meine Co-Autor*schaft im Moment etwas im Stich lässt. Sieht derzeit so aus, als würde das ganz an mir hängen bleiben. Naja gut, wer hat denn nicht zehn Sachen gleichzeitig zu erledigen, und ich bin ja selber eine "Procrastinatorin".
    Nach diesem allgemeinen "rant" (manche englische Wörter sind nicht zu übersetzen) wieder zurück zur Diplomarbeit:
  • Ich habe mir die Präsentation des Hertha Kräftner-Bandes angehört, aber nicht in das Buch reingeblättert - die Germanistik-Bibliothek hat das Buch bereits bestellt (wenn auch ohne -h- bei Hertha katalogisiert), ich habe mir aber einstweilen auf der UB die zugrundeliegende Diplomarbeit von 1990 bestellt. Diese wurde laut Autor Gerhard Altmann (von "meinem" Betreuer) mit einem Sehr Gut beurteilt, allerdings im Gutachten als teilweise "oberlehrerhaft" bezeichnet. Das würde mich nun interessieren ;-)
  • Außerdem habe ich festgestellt, dass der autobiographische Roman "Niemandsland" von Hans Weigel für meine Arbeit nichts hergibt, weil er sich auf den Zeitraum 1933-1938 bezieht.
  • Außerdem habe ich mir den von Stefan Alker und Andreas Brandtner herausgegebenen Band "Gerhard Fritsch. Schriftsteller in Österreich" ausgeliehen (Sonderzahl 2005).
  • Ich muss nun endlich den Schwerpunkt meiner Arbeit festlegen. Mein Betreuer hat natürlich recht, wenn er meint, dass ich mich ja sicher nicht bis an mein Lebensende mit Jeannie Ebner beschäftigen will, aber obwohl das nicht meine erste Diplomarbeit ist und obwohl ich auch den Diplomandinnen an der FH, die ich betreut habe, immer gesagt habe, dass sie ihr Thema einschränken sollen und dass sie in den vier vorgegebenen Monaten nicht alles berücksichtigen werden können, hab ich doch immer das Gefühl, es ist ZU WENIG! Den Aspekt sollte ich noch beachten, und das kann ich auch nicht weglassen, und wenn das nicht drinnen ist, ist es sowieso ganz furchtbar usw. Das ist jetzt einfach der nächste entscheidende Schritt, und wenn das mal getan ist, schrecke ich mich vor dem "Rest" nur bedingt.
  • Montag, Juni 11, 2007

    Bewahrtes Geheimnis

    Ich habe mir soeben Jeannie Ebners Roman "Und hat sein Geheimnis bewahrt" gekauft, der 1991 bei Styria erschienen ist. Laut Waschzettel "ein Roman über den bunten Teppich Leben, über Gott, über Menschen, über Tiere und Pflanzen". Ebner wird als "eine der bedeutendsten österreichischen Schriftstellerinnen" und als "diese[r] wohl 'philosophischsten' unter den österreichischen Autorinnen" bezeichnet.

    Sonntag, Juni 03, 2007

    Gerhard Fritsch im Radio

    In den kommenden Monaten bringt Ö1 jeweils sonntags von 9.30 bis 10 Uhr die Sendereihe "Literarische Außenseiter" von Wendelin Schmidt-Dengler. Dabei wird auch Gerhard Fritsch, Jeannie Ebners Redaktionskollege bei Literatur & Kritik, vorgestellt. Hier das Programm: 17. Juni: Christoph Martin Wieland; 24. Juni: Jean Paul; 1. Juli: Charles Sealsfield; 8. Juli: Nikolaus Lenau; 15. Juli: Else Lasker-Schüler; 22. Juli: Gerhard Fritsch; 29. Juli: Brigitte Reimann; 5. August: Thomas Bernhard.

    Donnerstag, Mai 31, 2007

    Buch über Hertha Kräftner

    Vielleicht ist da auch etwas über Jeannie Ebner drin: Das Buch "Hertha Kräftner. Leben und Werk" von Gerhard Altmann wird am Mittwoch, dem 13. Juni 2007, um 19.30 Uhr im Literaturhaus Mattersburg vorgestellt: "Gerhard Altmann gibt im vorliegenden Band einen Überblick über die Biographie und das Gesamtwerk Hertha Kräftners". Erschienen bei edition lex liszt (978-3-901757-58-7, 17 €).

    Mittwoch, Mai 23, 2007

    Die Bibliothekarin in mir

    Gestern ging wieder die Bibliothekarin in mir mit mir durch - ich gebar folgende zwei Ideen:
  • beschlagworteter Briefwechsel: Es würde mir gefallen, den Briefwechsel nicht nur mit AdressatIn und VerfasserIn zu gliedern, sondern auch inhaltlich zu beschlagworten. Das könnten verschiedene Facetten sein, z.B. Werke, über die gesprochen wird; Personen, über die gesprochen wird; Themen, die angeschnitten werden (für letztere müsste man vorher allerdings eine Schlagwortliste definieren).
  • semantisches Netz: Ich habe mir ja mit Visio eine Art Mindmap gezeichnet, damit ich die vielen Aspekte von Jeannie Ebners Leben und Werk besser im Überblick bewahren und Zusammenhänge herstellen kann. Nun schwebt mir eine Art semantisches Netz vor, das die Kontakte und Beziehungen genau definiert. Beispiel: "Jeannie Ebner - Mentee von - Hilde Spiel". Wenn man auf Hilde Spiel klickt, sieht man "Mentorin von - Jeannie Ebner" und entsprechende andere Beziehungen, wie "Ehefrau von" oder "Korrespondenzpartnerin von". Eine Möglichkeit wäre auch, einfach Verbindungslinien zwischen zwei Personen zu ziehen, und wenn man auf die Linie klickt, öffnet sich ein Artikel, der die Beziehung beschreibt, bzw. Literatur verzeichnet, die sich mit dem Verhältnis der beiden befasst etc. Das zahlt sich natürlich nicht für meine Diplomarbeit aus, wäre aber doch schön beispielsweise für die österreichische Literatur nach 1945 o.Ä. Man könnte sich dann auch weiterhanteln - Beispiel: wenn man sich fragt, ob A eigentlich B gekannt haben kann. Im Netz könnte ich dann erkennen, dass beide C gut gekannt haben und darüber eine Verbindung besteht. Eine Art OpenBC für den Literaturbetrieb (in meinem Kopf ist das alles übrigens wesentlich klarer). Gibt mir jemand dafür Geld, fange ich morgen damit an ;-)
  • Literaturkritik

    Kürzlich ist mir noch ein Aspekt des "Frauenrolle/Frauenfigur"-Themas eingefallen: die Aufnahme der Werke Ebners in der Literaturkritik und die Darstellung in Verlagstexten (Waschzettel, Werbung...) in Hinblick auf Beschreibungen wie "weiblicher Autor" und "Frauenroman". Inspiriert haben mich die erwähnte Rezension von Christa Melchinger und der Klappentext von "Drei Flötentöne", wo es heißt: "ein Roman für Frauen, die zu sich selbst finden wollen; ein Roman für Männer, die Frauen verstehen wollen". Tja.
    In Claudia Mauharts Diplomarbeit gibt es ein sehr kurzes Kapitel über die Rezeption, das gut illustriert, wie unterschiedlich Ebners Werke aufgenommen wurden. Auf den "Frauen-Aspekt" geht sie dabei aber nicht ein. Ich habe beim kursorischen Durchlesen des IZA-Dossiers auch den Eindruck gewonnen, dass Ebner von Männern positiver bewertet wird als von Frauen. Das muss ich mir aber noch genauer anschauen.

    Montag, Mai 21, 2007

    Mentorin Hilde Spiel

    Bei der Lektüre des Briefwechsels von Hilde Spiel (Hilde Spiel: Briefwechsel. Hrsg. und annotiert von Hans A. Neunzig. München: List 1995) ist mir aufgefallen, dass man Hilde Spiel durchaus als eine Art Mentorin für Jeannie Ebner bezeichnen kann. Sie hat sich sehr für die Publikationen von Romanen Ebners eingesetzt und ihr konkrete Ratschläge für die Verbesserung bestimmter Texte gegeben. Die Mentorinnenfunktion, die Spiel für Ebner und Ebner ihrerseits für jüngere AutorInnen ausübte, wäre auch ein Aspekt, der für meine Diplomarbeit interessant wäre...

    "für Frauen mittleren Alters geeignet"

    Vergangenen Dienstag habe ich erfolgreich mein Referat im DiplomandInnenseminar gehalten. Wenn ich da das Zeugnis bekommen habe, fehlt mir überhaupt nur mehr eine Lehrveranstaltung, wo ich die Prüfung Ende Juni machen möchte (ich werde mich aber sicherheitshalber erkundigen, ob meine Annahme über den von mir zu erfüllenden Studienplan auch wirklich stimmt, um böse Überraschungen zu vermeiden). In den nächsten Tagen bzw. Wochen möchte ich hierorts laufend einzelne Teile meines Referats wiedergeben.
    Ich beginne mit einem Zitat von Christa Melchinger 1981 in der FAZ - sie spricht von Ebners Roman "Drei Flötentöne": "Es dürfte nicht falsch sein, ihn unter der Rubrik 'anspruchsvoller Frauenroman' einzuordnen. So eng, daß Männer als Leser ausgeschlossen würden, möchte ich mir freilich diese Einordnung nicht denken. Obwohl ich ihn wiederum keinem Mann zu lesen empfehlen würde, da er sich zweifellos in mancher männlichen Kritik (an der Langatmigkeit, gelegentlich gar Geschwätzigkeit oder an dem mangelnden dramaturgischen Zugriff etwa) bestätigt finden könnte. Eher halte ich ihn für Frauen mittleren Alters geeignet, die nicht allzuviel zu tun haben - und die ein Alibi brauchen, daß sie nicht nur Modezeitschriften wie 'Brigitte' lesen" (Quelle: IZA). - Ich finde die Grundidee, die verschiedenen Handlungsstränge zusammenzuführen, und den durchklingenden Humor nach wie vor gut. Ich denke aber mittlerweile doch, dass der Verleger oder wohlmeinende FreundInnen sich an manchen Stellen hätten einschalten müssen. Die Auswirkungen, die dieser Roman auf die österreichische Literatur hatte, liegt jedenfalls gewissermaßen außerhalb des Texts. Mein Betreuer Wendelin Schmidt-Dengler wies mich darauf hin, dass Thomas Bernhards "Holzfällen. Eine Erregung" durchaus als Replik auf "Drei Flötentöne" verstanden werden kann: Ebners Text über Joana Thul, im Roman mit dem kaum verhüllenden Namen "Jana" bezeichnet, könnte den Text über Jeannie Ebner, im Roman mit dem kaum verhüllenden Namen "Jeannie Billroth" bezeichnet, provoziert haben.

    Freitag, Mai 18, 2007

    "narzistische Tendenz"

    Carine Kleiber schreibt in ihrer Einführung: "Ab 1978 kristallisiert Jeannie Ebner ihr Interesse auf die Frauenproblematik, die weitgehend mit einer Selbstdarstellung gekoppelt ist – eine Tatsache, die gewiß von der altersbedingten Beschäftigung mit der eigenen Lebensbilanz herrührt, die aber vielleicht auch eine durch die angehende Popularität geschürte narzistische Tendenz verrät". - Ich bin etwas skeptisch, was die Begründung der "narzistischen Tendenz" mit der angehenden Popularität betrifft, denn schon frühere Werke haben stark autobiographische Züge, und schon früher beschäftigen sich Werke mit "weiblichen" Themen (das Wort "Frauenproblematik" nicht unter Anführungszeichen gesetzt zu sehen, schmerzt mich übrigens etwas ;-)
    Mir ist aber beim Vorbereiten meines Referats für das DiplomandInnenseminar aufgefallen, dass in Jeannie Ebners erzählerischem Werk oft die "normalen", ausgeglichenen Frauen übrig bleiben. Und genau das sind oft die, die Ebner selbst nachempfunden sind bzw. deren Partner Ähnlichkeiten mit dem "geliebten Ernstl" aufweisen. Beispiele: 1. Figuren in Schwarz und Weiß, wo Therese als einzige Frau mit einem geeigneten Lebenspartner an ihrer Seite übrig bleibt, während Imma stirbt, die versponnene Antonia zusammenbricht und Brigitte zu einer Mörderin wird. 2. Drei Flötentöne, wo Jana und Tschuptschik Selbstmord begehen und die gereifte Gertrud als einzige überlebt. Dass Gertrud sehr große Ähnlichkeit mit Ebner selbst hat, schreibt sie ja selbst 1985 in einem Brief an Hanns Weissenborn: "Da steht viel Authentisches über mich als alte Frau und meinen immer noch geliebten Ernstl drinnen, vielleicht hast Du zufällig auch die Tänzerin Joana Thul, im Roman heißt sie Jana, gekannt? Die dritte Figur ist erfunden, vielleicht eine geistige Tochter von mir, da ich keine leiblichen Kinder habe". Dem will ich auf jeden Fall nachgehen.

    Dienstag, Mai 15, 2007

    Ebner-Hochschulschriften im In- und Ausland

    Im Katalog des Literaturhauses habe ich noch zwei neuseeländische Diplomarbeiten und eine italienische Dissertation über Jeannie Ebner gefunden, alle drei von 1986:

  • Susan Davis: Charakterisierungstechnik in den Romanen Jeannie Ebners
  • Carolyn E. Moffat: "Mensch" und "Welt" in Jeannie Ebners Erzählungen
  • Maria Luisa Bosco: L'Opera di Jeannie Ebner (betreut von Claudio Magris)

  • Ich habe übrigens zu meiner Überraschung auch meine eigene Arbeit darin gefunden: als "in Arbeit" befindlich. Jetzt bin ich ja wirklich verpflichtet, die ganze Angelegenheit bald zu einem Ende zu bringen :-) Außerdem weiß ich jetzt, dass Irene Gastón-Sierra an der Dissertation "Frauenliteratur im Vergleich (1940 - 1970): Österreich (Jeannie Ebner - Marlen Haushofer) - Spanien (Carmen Laforet - A. M. Matute)" arbeitet. - Der Vollständigkeit halber führe ich noch die zwei österreichischen Diplomarbeiten an, die ich bereits kenne:

  • Edith Wurzrainer: Themenkonstanten im Roman-Werk von Jeannie Ebner, 1991 (betreut von Murray G. Hall)
  • Claudia Mauhart: Jeannie Ebner, eine österreichische Autorin der Gegenwart. Leben und Werk, 1989 (betreut von Adolf Haslinger)
  • Montag, Mai 14, 2007

    Ebner beim Lesetheater

    Am 2. Juni 2005 präsentierte das "Erste Wiener Lesetheater" im 7stern die Texte "Erfrorene Rosen" und "Der Vater" von Jeannie Ebner. Das 1990 von Rolf Schwendter gegründete Lesetheater sieht seine Aufgabe darin, "vor allem vergessene, weitgehend unbekannte oder in Wien nicht gespielte Stücke wieder auszugraben". In der Ankündigung heißt es: "Religiös-metaphysische Bezüge, das Mann-Frau-Verhältnis und autobiografische Zusammenhänge besitzen für ihr Werk besondere Bedeutung".

    Freitag, Mai 11, 2007

    Augenblick, der nicht wiederkommt

    Über das österreichische Filmservice habe ich das Video "Augenblick, der nicht wiederkommt", in dem Jeannie Ebner portraitiert wird, beschaffen können. Es ist in der televis-Reihe "Lebendes Wort - bleibendes Werk" erschienen und dauert zwanzig Minuten.

    Donnerstag, Mai 10, 2007

    Schriftstellerinnen sehen ihr Land

    In der Anthologie "Schriftstellerinnen sehen ihr Land. Österreich aus dem Blick seiner Autorinnen", erschienen 1995 im Wiener Frauenverlag und vergriffen, ist auch ein Text von Jeannie Ebner enthalten. Langsam überlege ich, die Bibliographien von Jorun B. Johns und Carine Kleiber zu aktualisieren. Johns' Bibliographie ist zwar unglaublich ausführlich, aber doch schon 1979 erschienen.

    Ebner und CIA?

    In seinem Aufsatz "Die Pürggschrift" schreibt Franz Krahberger: "Von Hans Weigel, Jeannie Ebner und Friedrich Torberg weiss man heute mit Gewissheit, dass sie im Umfeld amerikanischer Sicherheitsdienste tätig gewesen sind. Die Finanzierung des Forums seitens der CIA kann heute als historisch erwiesen angesehen werden".

    In anderer Augen

    In der von Marianne Gruber, Manfred Müller und Helmuth A. Niederle herausgegebenen Anthologie "In Anderer Augen" beschreiben österreichische AutorInnen "die Mitgliedstaaten der Europäischen Union aus ihrer Sicht. Ein Themenband aus Anlaß der österreichischen EU-Präsidentschaft". Mit dabei ein Text von Jeannie Ebner. - 1998 bei Wieser in der Reihe "Europa erlesen" erschienen (ISBN 3-85129-264-2 bzw. 978-3-85129-264-0, erhältlich um 12,95 €).

    Freundschaftskrug für Ebner

    Auf der Website der Rosegger-Gesellschaft Mürzzuschlag steht, dass 1988 als literarische Auszeichnung der "Rosegger-Freundschaftskrug" gestiftet und dass dieser 1988 an Jeannie Ebner und Christian Schölnast verliehen wurde. Die Gesellschaft wurde 1900 gegründet und sieht ihren Schwerpunkt mittlerweile in der "Auseinandersetzung zwischen Tradition und neuen gesellschaftlichen sowie kulturellen Herausforderungen".

    Austrian fantasy

    Manchmal zahlt es sich doch aus, andere Suchmaschinen neben Google zu verwenden, was ich - Schande, Schande - eigentlich kaum mehr tue, seit Hotbot so schlecht und NorthernLight kostenpflichtig geworden ist. Die Suchergebnisse unterscheiden sich wirklich. So habe ich gerade über Altavista entdeckt, dass die Texte "The Moving Frontier" und "The Singing in the Swamp" in der Anthologie Dedalus Book of Austrian fantasy, 1890 -2000 enthalten sind. Das eine ist wohl "Gesang im Sumpf", den zweiten Originaltitel muss ich erst herausfinden.
    Antonia S. Byatt bezeichnet in einer Rezension des Sammelbandes im Guardian vom Juni 2003 die Ebner-Texte als "beautiful images of whole societies - one advancing with armies against a receding frontier, one treading water in a swamp to keep alive. Both have this identifiable Austrian quality of elegiac good temper and delicious imagined details which make their worlds mysterious - no simple allegory here".

    Thema genehmigt

    Gestern hatte ich ein Gespräch mit meinem Betreuer, und er hat mir das Thema mit dem Arbeitstitel "Frauenrolle(n) und Frauenfiguren bei Jeannie Ebner" genehmigt. Nun geht es frisch ans Werk - am nächsten Dienstag werde ich ja im Diplomand*seminar einen Arbeitsbericht abgeben, sprich es wird ein arbeitsames Wochenende. Außerdem muss ich das Thema noch ab- bzw. eingrenzen, denn so umfasst es ja vieles:
  • Begriff der "Frauenliteratur" bzw. feministischen Literatur - wie kann man Jeannie Ebners Werke hier einordnen
  • Frauenfiguren in Jeannie Ebners Werken
  • "theoretische" Texte von Ebner zu diesem Thema, z.B. "Literatur weiblicher Autoren - ja! Aber wieso Frauenliteratur?"
  • Briefe, in denen Ebner das Frau-Sein thematisiert, z.B. wo sie bestimmte Verhaltensweisen anderer Personen auf ihr eigenes Frau-Sein zurückführt
  • "Frauen-Themen" (unter fünf Anführungszeichen) in ihren Werken, z.B. Abtreibung, Ehe, Emanzipation, weibliche Sexualität etc.
  • Mittwoch, Mai 02, 2007

    Figuren in Schwarz und Weiß

    In nur zwei Tagen habe ich den 1964 erschienenen Gesellschaftsroman "Figuren in Schwarz und Weiß" fertiggelesen. Von allen Texten, die ich bisher von Jeannie Ebner gelesen habe (zugegebenermaßen noch nicht sehr viele), gefällt mir dieser am besten - von der Sprache, von der Gestaltung der Figuren, von der Handlung, von der Interaktion der Figuren... Darin wird die Geschichte der Buchhändlerin Therese Meinhart zwischen 1925 bis 1955 erzählt. Die Erlebnisse der Kindheit und Jugend sind wieder stark autobiographisch gefärbt, und ich denke, nicht nur diese. Im Mittelpunkt stehen Frauenfiguren - u.a. Therese, Antonia, Elisabeth, Imma - und ihre Beziehung zum Beruf, zum Spirituellen, zu ihren Männern, zur Kunst, zur Politik, zueinander; in Wien und in der Gegend um Neulengbach. Der Roman wurde übrigens unter dem Titel "Figure v črnem in belem" auch ins Slowenische übersetzt. - Die Eindrücke sind noch ganz frisch, ich muss erst ein wenig Abstand dazu gewinnen. Für mein Frauenrolle(n)-Vorhaben jedenfalls ein wichtiger Text, da auch Themen wie Menarche und Entjungferung aus weiblicher Perspektive behandelt werden.

    Montag, April 30, 2007

    Frauenliteratur & Jeannie Ebner

    Ich werde beginnen, meine bisher zusammengestellte Bibliographie online zu stellen. Hier einmal einige Texte zum Themenkreis Jeannie Ebner, Frauenliteratur, Frauen im Literaturbetrieb nach 1945.

  • Cella, Ingrid: "'Das Rätsel Weib' und die Literatur: Feminismus, feministische Ästhetik und die neue Frauenliteratur in Österreich". In: Zeman, Herbert (Hrsg.): Studien zur österreichischen Erzählliteratur der Gegenwart. 1982
  • Ebner, Jeannie: "Literatur weiblicher Autoren - ja! Aber wieso Frauenliteratur?". In: Kleiber, Carina / Tunner, Erika (Hrsg.): Beiträge des Internationalen Kolloquiums Frauenliteratur in Österreich von 1945 bis heute. Bern: Peter Lang 1986, S. 55 - 61
  • Gürtler, Christa: "Zum Paradigma der Frauenliteratur in Österreich. Über die (Un-)Möglichkeit der Erregung öffentlicher Aufmerksamkeit". In: Schmidt-Dengler, Wendelin et al. (Hrsg.): Konflikte - Skandale - Dichterfehden in der österreichischen Literatur. Berlin: Erich Schmidt 1995, S. 267 - 279
  • Gürtler, Christa: "’...weil ja fast alle Frauen stumm dabeisaßen'. Debüts österreichischer Schriftstellerinnen 1945-1950". In: Walter Buchebner-Literaturprojekt: Das Schreiben der Frauen in Österreich seit 1950. Wien: Böhlau 1991, S. 203 - 214
  • Kleiber, Carina: "Jeannie Ebners emanzipatorische Bestrebungen". In: dies. / Tunner, Erika (Hrsg.): Beiträge des Internationalen Kolloquiums Frauenliteratur in Österreich von 1945 bis heute. Bern: Peter Lang 1986, S. 79 - 86
  • Neissl, Julia: "Zwischen Anpassung und Aufbegehren. Junge Autorinnengeneration in Österreich nach 1945 und ihre Auseinandersetzung mit Sexualität". In: Walter Buchebner-Literaturprojekt: Das Schreiben der Frauen in Österreich seit 1950. Wien: Böhlau 1991, S. 57 - 68
  • Schmidjell, Christine: "'Geh ohne Mantel und vergiß, was deine Heimat war': Hertha Kräftner und die Generation 'Junger Autorinnen' nach 1945". In: Walter Buchebner-Literaturprojekt: Das Schreiben der Frauen in Österreich seit 1950. Wien: Böhlau 1991, S. 9 – 21
  • Schmidjell, Christine: "Mauerblümchen, na und? Beispiele aus der österreichischen Literatur der fünfziger und sechziger Jahre". In: Strigl, Daniela (Hrsg.): Frauen verstehen keinen Spaß. Wien: Zsolnay 2002 (= Profile 9)
  • Aktäon

    Gerade habe ich Jeannie Ebners 1983 erschienene Novelle "Aktäon" fertiggelesen. Ein durchaus ungewöhnliches Buch - Ebner beschreibt darin die erotische Faszination, die ein 18 Jahre jüngerer Mann während eines Ausflugs in ihr auslöst. In den frühen Achtzigern sicher nicht selbstverständlich für eine 65jährige Frau. Sie schreibt über reale Personen und reale Begebenheiten, ein ibsschen verschleiert durch Literatur. Jetzt muss ich noch herausfinden, wer dieser "feinfühlige Jäger" Aktäon ist - wahrscheinlich ist das für ExpertInnen des Literaturbetriebs der Achtziger in Österreich offensichtlich, aber ich muss da doch noch recherchieren.
    In den Briefen stellt Ebner jedenfalls mehrmals die Frage, ob das Buch nicht zu gewagt sei, weil sich die drei beschriebenen Männer ja wiedererkennen würden. In einem Brief an Hans Weigel vom 19. Juli 1979 fragt sie: "Wenn Du einer der Männer wärest, vor allem Aktäon, wäre es Dir sehr peinlich, das publiziert zu sehen?". Und über Aktäon selbst schreibt sie am 3. August 1979, wieder in einem Brief an Weigel: "Ernst [Ebners Mann] hat, ohne es zu lesen, sein Placet gegeben. Aktäon versucht inzwischen Selbstmord zu verüben, aber nicht aus unglücklicher Liebe, sondern rein literarisch: Er schreibt gräßliche Gedichte, und, das ist noch schlimmer, weil urteilslos, er schickt sie mir, obwohl er weiß daß ich gar nichts mehr für Kollegen tun kann. Aus 'Verehrung'. Schade. Alles, was er sonst in seinem Leben getan hat und tut, ist sehr anerkennenswert. Naja!" Carine Kleiber geht in ihrem Buch "Jeannie Ebner. Eine Einführung" jedenfalls nicht auf diese autobiographischen Züge ein.

    Jeannie Ebner wohnt in einem Postfach

    In einer Ausstellung der Wien-Bibliothek über Hans Weigel wird auch thematisiert, wie Weigel den Beginn seiner Freundschaft und Arbeitsbeziehung mit Jeannie Ebner beschreibt: "Stundenlang sah ich sie im Kaffeehaus sitzen und die Seiten unscheinbarer Hefte emsig mit Worten füllen. Das waren ihre Romane und ihre Geschichten. Die unscheinbaren Hefte und die unscheinbaren Kaffeehäuser gehören zu ihr. (...) Ich wollte sie kennenlernen, doch das erwies sich als schwierig. Sie war wie Kafkas Schloß. Ich fragte nach ihrer Adresse und hörte immer wieder nur Unbestimmtes über ein Postfach. So kam in der Frühzeit des Cafés Raimund das Gerücht auf: Die Jeannie Ebner wohnt in einem Postfach".

    Donnerstag, April 26, 2007

    Umgang mit Lebenden

    Wenn Jeannie Ebner in einem Brief über einen heute noch lebenden Schriftsteller schreibt, er habe sich als "dummer, arroganter Lausbub" erwiesen, der "an seinen Kollegen kein gutes Haar ließ" (es gibt noch andere vergleichbare Stellen) - wie geht man damit um? Darüber denke ich gerade nach. Kann ich das einfach so wiedergeben?

    St. Pölten

    "Was eine Lesung in St. Pölten anlangt: Man sollte überhaupt keine bedeutenden Autoren einladen, solang diese Stadt nicht in der Lage ist, ein Publikum von, sagen wir: zwanzig interessierten Lesern aufzubringen" (Brief an Alois Eder, 18. August 1987)

    Dienstag, April 24, 2007

    Nochmals: Jeannie Ebner im Keller

    Passend zum von Evelyne Polt-Heinzl und Daniela Strigl herausgegebenen Band "Im Keller. Der Untergrund des literarischen Aufbruchs nach 1945", über den ich kürzlich geschrieben habe, habe ich mir heute "Der Wiener Keller" ausgeliehen. Diese "Anthologie österreichischer Dichtung" wurde 1950 von H.C. Artmann zusammengestellt und 1994 bei Wieser erstmals gedruckt. Darin schreibt Max Blaeulich auf S. 87, dass Jeannie Ebner "an der Peripherie dieses Kreises stand" und teilweise an Lesungen teilnahm. Und weiter: "Man traf sich auch bei Jeannie Ebner in der Praterstraße, die ganze Nacht konnte man dorthin gehen, denn, so erzählt sie amüsant, der Radau der Literaten war noch der geringste. Über ihrer Behausung schimpften die Zuhälter mit ihren Patschuli-Puppen, neben ihr hopste das Bordell und unter ihrem Zimmer lärmte eine Gastwirtschaft (...)".

    Der gekaufte Tod

    In dem von Peter Schuster herausgegebenen Band "Die Dichter. Eine Wiener Neustädter Anthologie", 1987 erschienen bei Januskopf, ist Jeannie Ebners interessanter Text "Der gekaufte Tod" enthalten: "Ein Mann ging aus, um sich einen Tod zu kaufen. Der Verkäufer legte ihm verschiedene Exemplare vor, darunter einen besonders großen, schrecklich blickenden Tod. 'Er ist preiswert und wird sehr gelobt. In letzter Zeit haben wir viele davon verkauft", sagte er. "Es ist der sogenannte Heldentod.'"

    eZine "literatur.primär"

    Zufällig bin ich auf das von Franz Krahberger herausgegebene eZine "literatur.primär" gestoßen, das dankenswerterweise von der Nationalbibliothek nebst anderen frühen Exemplaren der Netzkunst archiviert wird. Darin gibt es den Text "Über Literaturzeitschriften" von Gerhard Renner nachzulesen, der 1992 einen Ausstellungskatalog der Wienbibliothek einleitete (Teil 1, Teil 2). Auch "Literatur und Kritik" kommt darin vor. Darin angegebene Sekundärliteratur, die ich noch beschaffen sollte:
  • Hans F. Prokop: "Österreichische literarische Zeitschriften 1945 - 1970". In: Literatur und Kritik 5 (1970), H. 50, S. 621-631
  • Gerhard Renner: "Östereichische Literaturzeitschriften nach 1945". In: Literatur primär. Textinitiativen österreichischer Literaturzeitschriften. Wien 1983, S. 4 - 11
  • Gerhard Renner: "Der Förderungseingriff der Kunstverwaltung am Beispiel der Zeitschriftenförderung". In: Friedbert Aspetsberger / Hubert Lengauer (Hrsg.): Zeit ohne Manifeste. Zur Literatur der 70er Jahre in Österreich. Wien 1987 (= Schriften des Instituts für Österreichkunde 49+50), S. 46 - 65
  • Against the horizon

    Im 1988 bei Greenwood erschienenen Buch "Against the horizon. Feminism and postwar Austrian women writers" von Jacqueline Vansant ist auf den Seiten 12 und 13 folgendes über Jeannie Ebner zu lesen: "Hilde Spiel as well as Jeannie Ebner represent in their novels Fanny von Arnstein (1962) and Figuren in Schwarz und Weiß (1962) an emancipation in the sense of the first women's movement. Spiel makes her case for an emancipation in the spirit of the best and most worthwhile ideas of the German Enlightenment and classical period, while Ebner, with the fate of Therese Meinhart, portrays the problematic of a professionally independent women [!] torn between the desire for dependence and the demand for emancipation, and suggests a solution in the balance between emotion and intellect".
    Dabei handelt es sich um ein übersetztes Zitat aus Ingrid Cellas Artikel "'Das Rätsel Weib' und die Literatur: Feminismus, feministische Ästhetik und die neue Frauenliteratur in Österreich", erschienen im von Herbert Zeman 1982 herausgegebenen Band "Studien zur österreichischen Erzählliteratur der Gegenwart" (S. 222).

    Donnerstag, April 19, 2007

    Konflikte - Skandale - Dichterfehden

    In dem 1995 bei Erich Schmidt erschienenen Band "Konflikte - Skandale - Dichterfehden in der österreichischen Literatur" hatte ich mir eigentlich etwas über Thomas Bernhards "Holzfällen" erwartet, bin aber auch so fündig gefunden: Im Aufsatz "'Surrealismus und so'. Karl Kraus und Georg Kulka, Herbert Eisenreich und H.C. Artmann. Ein Beitrag zur Konfliktgeschichte der österreichischen Avantgarde" von Wendelin Schmidt-Dengler steht zu lesen: "Okopenko unterscheidet drei Gruppen, und zwar erstens einen 'rechten Flügel', dem Eisenreich und Polakovics angehörten, dann zweitens einen linken mit René Altmann, H.C. Artmann und Helene Diem, Wieland Schmied und Hannes Weißenborn, und drittens die Mitte mit Jeannie Ebner, Gerhard Fritsch und Ernst Kein" (S. 18).

    Hintergrundinformationen für manche Briefe liefern auch folgende Aufsätze:

  • "Ehrenwerte Rebellen? Die Wiener Gruppe als ein Streit- und Vorzeigeobjekt in der Debatte um eine neue österreichische Literatur" von Gisela Steinlechner. Darin geht es unter anderem um den Text "der sechste Sinn", den Konrad Bayer 1964 bei einem Treffen der Gruppe 47 vorgetragen hat und wofür er heftige Kritik, z.B. von Erich Fried, erntete. Dazu interessant die Rezension des Bayerschen Textes als Hörbuch von Klaus Kastberger.
  • "Realistisch oder experimentell. Frontenbildungen in der österreichischen Literatur der sechziger und siebziger Jahre" von Jutta Landa - behandelt u.a. die Auseinandersetzungen im und um den österreichischen PEN-Club.
  • "GAV kontra PEN. Die Institutionalisierung einer Spaltung" von Roland Innerhofer passt zum obigen Artikel. Hier heißt es auf S. 228/229: "Hilde Spiel scheiterte 1972, nach dem Rücktritt Lernet-Holenias, in ihrer Kandidatur um die Präsidentschaft". Wie manchmal alles zusammenpasst - gestern noch habe ich in einem Brief Jeannie Ebners an Juliane Windhager gelesen: "Das ganze richtet sich, ohne jeden sachlichen Grund, gegen Hilde Spiel, die bisher die ganze Arbeit gemacht hat, aber jetzt keinesfalls die Ehre erfahren soll, etwas Präsidentin zu werden". Spiel war ja von 1966 bis 1971 PEN-Generalsekretärin.
  • "Zum Paradigma der Frauenliteratur in Österreich. Über die (Un-)Möglichkeit der Erregung öffentlicher Aufmerksamkeit" von Christa Gürtler behandelt zwar nicht Jeannie Ebner selbst, liefert aber interessante Einblicke in die Entstehung des Begriffes "Frauenliteratur".
  • Jeannie Ebner im Keller

    2006 erschien bei Sonderzahl der Band "Im Keller. Der Untergrund des literarischen Aufbruchs nach 1945", herausgegeben von Evelyne Polt-Heinzl und Daniela Strigl. In seiner Rezension schreibt Helmuth Schönauer: "Die witzige Essay-Sammlung 'Im Keller' geht auf ein Symposion in Mürzzuschlag zurück und widmet sich im engeren Sinne der Literaturgruppe 'Der Keller', worin sich in den Fünfziger Jahren Schriftsteller wie René Altmann, H.C. Artmann, Christine Busta, Jeannie Ebner, Ernst Kein, Andreas Okopenko, Friedrich Polakovics und Hanns Weissenborn lose zusammen geschlossen haben, im weiteren Sinne handelt der Band von jener Literatur, die im Untergrund der offiziösen Wahrnehmung stattgefunden hat".
    Beim letzten Archivgespräch im Literaturarchiv am 28. März wurde übrigens genau dieses Buch vorgestellt, das habe ich leider aufgrund anderer Termine verpasst. Das muss ich mir aber beschaffen.

    Mittwoch, April 18, 2007

    Figuren in Schwarz und Weiß

    Heute habe ich wieder die Korrespondenz aus dem Nachlass inspiziert, und dabei stieß ich auf Figuren in Schwarz und Weiß - diesmal spreche ich aber nicht vom 1964 erschienenen Roman, sondern von einem Projekt eines "literarisch-musikalischen Schachspiels" mit dem Titel "Schwarz / Weiss", für das Gerald C. Stocker 1998 im Namen des "Produktionsbüros Accus" um die Aufführungsrechte für Jeannie Ebners Gedicht "Nachtwanderung am Meer" ansuchte. Ob Ebner die Erlaubnis erteilte und ob das Projekt dann tatsächlich unter Einbeziehung ihres Gedichts verwirklicht wurde, muss ich noch herausfinden - ich nehme aber an, dass ja.
    Aus der beiliegenden Projektbeschreibung: "Die Zuschauer verfolgen live eine von zwei Musikern und zwei DarstellerInnen gespielte Schachpartie, bei der jeder Zug von Texten und Musik begleitet wird, die in ihrer Kombination wiederum strengen Regeln unterworfen wird. Den 32 Figuren des Schachspiels sind Gedichte von 32 zeitgenössischen österreichischen AutorInnen zugeordnet. Die Auseinandersetzung zwischen Schwarz und Weiß findet auch in einer entsprechenden Textauswahl für die schwarzen bzw. weißen Figuren ihre Entsprechung. (...) Gleichzeitig wird aber auch jedes Feld des Brettes mit musikalischen Miniaturen belegt (...)".
    Die Produktion, so der Brief, wurde am 7. Mai 1998 im Wald4tler Hoftheater uraufgeführt und am 25. Juni 1998 beim Donaufestival in Krems gezeigt.

    Montag, April 16, 2007

    Gedenkabend für Jeannie Ebner

    Am Dienstag, dem 29. November 2004, um 19 Uhr fand im Figarosaal des Palais Palffy ein Gedenkabend für Jeannie Ebner statt. Es sprachen und lasen: Milo Dor, Graziella Hlawaty, Christa Nebenführ, Franz-Leo Popp, Anita C. Schaub, Elke Vujica, Alois Vogel und Marianne Gruber. Carine Kleiber hielt den Festvortrag über "Drei Flötentöne der Jeannie Ebner". Quelle: ÖGL-Website.

    Jeannie Ebner im Bild

    In den "Sichtungen" berichtet Wendelin Schmidt-Dengler über die Ausstellung "Geschichte und Praxis der Edition", die im Jahr 2000 in der ÖNB zu sehen war. Im online abrufbaren Bericht sind auch Bilder inkludiert, das obige Bild zeigt Jeannie Ebner mit Ernst Schönwiese und Peter Henisch 1972 bei einer Tagung der Zeitschrift "Podium" in Neulengbach (Klick auf das Bild führt zur Sichtungen-Website und zu einer größeren Version des Photos, das von Hans Prokop stammt).

    Dienstag, April 10, 2007

    "herausragende Vertreterin"

    Gerade bin ich über eine Meldung der Wiener Rathauskorrespondenz vom 17. März 2004 anlässlich des Tods von Jeannie Ebner gestoßen: "Mit Betroffenheit reagierte Wiens Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny auf den heute bekannt gewordenen Tod der Schriftstellerin Jeannie Ebner. In einer ersten Stellungnahme würdigte er Ebner als 'herausragende Vertreterin der österreichischen Nachkriegsliteratur'. Mailath: 'Jeannie Ebner hat als langjährige Herausgeberin von 'Literatur und Kritik' und auch in ihrem Engagement und ihrer Unterstützung für jüngere Schriftsteller/innen wesentlich zur Vermittlung von Literatur in Österreich beigetragen'".

    Montag, April 02, 2007

    Nochmals: Ebner in Pürgg

    In der Schriftenreihe des Kammerhofmuseums Bad Aussee ist 1997 der Band "Die Pürgger Dichterwochen 1953 - 1954 - 1955" von Hans Gerhard Kandolf erschienen. Dort heißt es auf Seite 97/98: "Von den Jungen hinterließen den tiefsten Eindruck Herbert Zand, Wieland Schmid, Rudolf Stibill, Christine Lavant, Wolfgang Kudrnofsky und Jeannie Ebner, 'deren intensive, ausschwingende und immer zwischen mehreren Bedeutungsebenen oszillierende Prosa' als hinreißend empfunden wurde" (kursives Zitat im Zitat aus Rudolf Bayrs Artikel "Die freundlichen Pürgger Tage" in den Salzburger Nachrichten vom 21. September 1955).

    Literatur und Kritik

    Das Österreichische Literaturarchiv an der Nationalbibliothek hat eine Bestandsübersicht über das Redaktionsarchiv von "Literatur & Kritik" auf seiner Website (s.a. Ordnungssystematik. Dort heißt es: "Das bedeutende, aus der seit 1955 bestehenden Zeitschrift 'Wort in der Zeit' hervorgegangene Literaturorgan betonte im Unterschied zu seiner Vorgängerin die Präsentation jüngerer österreichischer Autorinnen und Autoren. Auch Übersetzungen aus der Literatur der Nachfolgestaaten der österreichisch-ungarischen Monarchie räumte es mehr Platz ein. Herausgeber und Redakteure der Anfangszeit waren Gerhard Fritsch und Jeannie Ebner. Nach dem Weggang von Kurt Klinger wurde das Blatt in den 90er Jahren von Karl-Markus Gauß neu gestaltet und wird seitdem von ihm herausgegeben". Betreuer ist Volker Kaukoreit; der 1990 erworbene Bestand umfasst 114 Schachteln, ist eingeschränkt benutzbar und wird derzeit feinerschlossen. - Eigentlich sollte ich diesen Bestand auch einsehen - es sind doch etliche Briefe von/an Jeannie Ebner darin enthalten, die sicher nicht alle als Durchschläge im Ebner-Nachlass erhalten sind.

    Platz, der ihr zusteht

    Carine Kleibers "Jeannie Ebner. Eine Einführung" will laut Angaben des Verlags "beweisen, dass Jeannie Ebner (noch) nicht den Platz innerhalb der zeitgenössischen österreichischen Literatur einnimmt, der ihr gebührt: es wird nämlich nicht viele Autor(inn)en in der Gegenwartsliteratur geben, denen mehr Ausdruckskraft und Einfühlungsgabe zuzusprechen ist".
    Apropos "Platz, der ihr zusteht": Ebner schreibt an mehreren Stellen vom Wunsch, endlich ein eigenes Arbeitszimmer zu haben. Das erinnert mich stark an Virginia Woolfs "A room of one's own": "But, you may say, we asked you to speak about women and fiction — what, has that got to do with a room of one’s own? I will try to explain. (...) All I could do was to offer you an opinion upon one minor point - a woman must have money and a room of her own if she is to write fiction; and that, as you will see, leaves the great problem of the true nature of woman and the true nature of fiction unsolved". Und dann habe ich in "Holzfällen" (auch wenn es übertrieben sein mag, zu einem Teil stimmt das Geschilderte m.E. schon) gelesen, dass "Jeannie Billroth" eine große Verehrerin Virginia Woolfs sei. Das passt doch alles ganz gut zusammen.

    Donnerstag, März 29, 2007

    Bombenreklame

    Für ihr Buch "Der Charismatiker. Thomas Bernhard und die Freunde von einst" (Löcker 1992) hat Maria Fialik auch ein Interview mit Jeannie Ebner geführt. Darin sagt Ebner über Bernhards "Holzfällen" unter anderem: "...außerdem ist es eine Bombenreklame für mich, weil profil und Kronen Zeitung gleichzeitig meinen Namen in ihrem Text gehabt haben" (S. 18). Für sie sei es einfach ein Roman gewesen.

    Schade eigentlich...

    Ich habe immer gesagt, dass ich meine Diplomarbeit nur über jemanden schreiben möchte, der/die bereits verstorben ist. Aber je mehr ich mich in Jeannie Ebners Korrespondenz vertiefe, desto mehr tut es mir leid, dass ich nicht mehr mit ihr persönlich sprechen kann.

    Mittwoch, März 28, 2007

    "Major figure"

    Interessant im Hinblick auf das hierorts erwähnte journalistische "Mäßig"-Urteil ist, dass Jeannie Ebner ein Abschnitt im 1987 erschienenen Band "Major figures of contemporary Austrian literature" gewidmet ist.

    Montag, März 26, 2007

    Die Jungen und die Nazi-Dichter

    Unter dem Titel "Die Jungen und die Nazi-Dichter" schrieb Hans Haider am 16. September 2003 in der Presse über die Pürgger Dichterwochen: "Die alten Kameraden aus der bis 1945 offiziellen Schreibkunst waren zur Versöhnung mit Unbelasteten nach Pürgg gelockt worden. Pürgg: ein Reinigungsbad, weil auch Junge, sogar Linke eingeladen waren". Zu den Jungen zählte 1955 auch Jeannie Ebner. - Siehe dazu auch meinen Eintrag vom 15. Februar.

    Mäßiges

    Über das Anthologieprojekt "Landvermessung" (Ex-Austrokoffer) schrieb Norbert Mayer am 27. September 2005 in der Presse: "Aber auf 8000 Seiten (wie viele Jahre liest der durchschnittliche Österreicher eigentlich an so viel Literatur?) findet sich eben auch sehr viel Mäßiges. Das wäre nicht weiter schlimm. Warum sollte man nicht wieder einmal Franz Tumler, Franz Theodor Csokor oder Jeannie Ebner lesen?"

    Menasse über Ebner

    Im Spectrum der Presse vom vergangenen Samstag schrieb Robert Menasse einen unterhaltsamen Artikel über sein Leben nach dem Studienabschluss, Startkredite und seinen ersten Roman (vieles kam mir dabei bekannt vor...). Unter anderem schildert er, dass er vergebens versuchte, Teile eben dieses - unveröffentlicht gebliebenen - Romans bei Literaturzeitschriften unterzubringen. Jeannie Ebner habe ihm - sinngemäß - geschrieben, sie wisse nicht, ob er Talent habe, aber auch nicht, ob er kein Talent habe. Sie wisse nur, dass sie - wenn sie nicht genau wüsste, dass sie einen Text veröffentlichen wolle - ihn nicht veröffentlichen wolle.

    Donnerstag, März 22, 2007

    Frauen im Literaturbetrieb nach 1945

    Zum Thema "Frauen im Literaturbetrieb nach 1945" hab ich interessante Aufsätze bzw. Bücher gefunden:

    Walter Buchebner-Literaturprojekt: Das Schreiben der Frauen in Österreich seit 1950. Wien: Böhlau 1991
  • Christine Schmidjell: "'Geh ohne Mantel und vergiß, was deine Heimat war': Hertha Kräftner und die Generation 'Junger Autorinnen' nach 1945", S. 9 - 21: Sie schreibt: "Kulturämter und kulturelle Institutionen sind bereits (wieder) von Männern besetzt und stellen damit Machtzentren dar, die der Literatur von Frauen oftmals zensierende Maßnahmen entgegensetzen. Engagierte Frauen wie Jeannie Ebner oder Erika Danneberg fungieren allenfalls als Alibifrauen".

  • Christiane Caemmerer, Walter Delabar, Elke Ramm, Marion Schulz: Erfahrung nach dem Krieg. Autorinnen im Literaturbetrieb 1945 - 1950. BRD, DDR, Österreich, Schweiz. Frankfurt: Peter Lang 2002
  • Julia Neissl: "Zwischen Anpassung und Aufbegehren. Junge Autorinnengeneration in Österreich nach 1945 und ihre Auseinandersetzung mit Sexualität", S. 57 - 68: Neissl stellt Ebners frühe Erzählung "Das Bett" vor, die sich mit den Themen Abtreibung und weibliche Unlust beschäftigt, und schreibt ihr einen geschlechterkritischen Blick zu.
  • Christa Gürtler: "'...weil ja fast alle Frauen stumm dabeisaßen'. Debüts österreichischer Schriftstellerinnen 1945-1950", S. 203 - 214: "Was auffällt an der Generation junger Autorinnen ist ihr Angewiesen-Sein auf männliche Unterstützung, auf Männer, die auch nach 1945 in den Literaturinstitutionen die Macht haben, die Zeitschriften herausgeben, in den Verlagen, Radiostationen und Kulturämtern sitzen".
  • Reduziertes Leben

    Sabine Scheidels Dissertation "Reduziertes Leben. Untersuchungen zum erzählerischen Werk Marlen Haushofers" aus dem Jahr 2005 ist dankenswerterweise online (pdf) nachzulesen. Sie thematisiert darin den Begriff "Frauenliteratur": "Die weiteste Auslegung erfährt der Terminus, wenn Texte mit dominant weiblichem Figureninventar bereits als Frauenliteratur betitelt werden. Eine sehr großzügige Verwendung erfährt der Begriff auch in seiner produktionsbezogenen Auslegung, wenn nämlich jeder von einem weiblichen Autor verfasste Text schon als Frauenliteratur angesehen wird". - Dazu passt wieder Jeannie Ebners Vortrag "Literatur weiblicher Autoren - ja! Aber wieso Frauenliteratur?" von 1985.

    Jeannie-Baum gefällt

    Gestern und heute habe ich "Holzfällen" von Thomas Bernhard gelesen, wo er ja Jeannie Ebner unter dem kaum veränderten Namen "Jeannie Billroth" ordentlich beutelt... Ich zitiere nur ein paar Beschreibungen: "abgeschmackte[n] Gedichte- und Prosaschöpferin" (S. 175), "eine so miserable eigene Kunst" (S. 224), "sentimentale[n] geschraubte[n] Schwätzerin" (S. 55) - zitiert nach der 4. Auflage 1994. - Dazu lese ich auch den Band "Staatspreis - der Fall Bernhard", herausgegeben von Alfred Goubran und 1997 erschienen in der Edition Selene. - Außerdem habe ich mir den Artikel "Publikumsbeschimpfung: Thomas Bernhard's Provocations of the Austrian Public Sphere" von Matthias Konzett, erschienen in der Ausgabe 68 (1995) 3 des "German Quarterly", bestellt.

    Arbeitstitel neu

    Ich habe gestern, als ich in einem Kaffeehaus auf jemanden gewartet habe, einige neue Ideen für den Titel meiner Diplomarbeit gehabt: "Frauenleben und Frauenrolle(n) bei Jeannie Ebner" (betont eher ihr Leben) oder auch "Frauenfiguren und Frauenrolle(n) bei Jeannie Ebner" (betont ihr Werk stärker, was ich eigentlich nicht möchte).

    Donnerstag, März 15, 2007

    Gliederung

    Jeannie Ebners berufliche Tätigkeit umfasst mehrere Aspekte:
  • schriftstellerische Tätigkeit
  • Übersetzungen
  • redaktionelle Tätigkeit, u.a. bei Literatur & Kritik
  • Förderung junger Autorinnen und Autoren, was mit der redaktionellen Tätigkeit natürlich zusammenhängt
  • Gremienarbeit, u.a. in der Interessensgemeinschaft österreichischer Autoren, dem PEN-Club und der Literarischen Verwertungsgesellschaft

  • Das wäre vielleicht auch eine mögliche Gliederung für die Diplomarbeit. Ich würde aber auch gerne eine Übersicht machen, was sie alles gleichzeitig gemacht hat.

    Drei Flötentöne

    Im letzten DiplomandInnenseminar hat sich mein Betreuer eher negativ über Jeannie Ebners Roman "Drei Flötentöne" geäußert, gleichzeitig aber den Zusammenhang dieses Textes zu Gerhard Lampersbergs "Diarium" und Thomas Bernhards "Holzfällen" hergestellt. Ich hab in den letzten beiden Tagen nun die "Drei Flötentöne" gelesen, und ich habe die Lektüre durchaus genossen. Es geht um drei Frauen, die in sechs Kapiteln jeweils aus ihrer Sicht schreiben - Jana, Gertrud und Tschuptschik. Im siebenten Kapitel, "Drei Sekunden lang Ewigkeit", rundet Gertrud als einzige Überlebende der drei Frauen den Roman ab. Einige Passagen hätte ich persönlich gestrichen, aber ich fand interessant, wie sich die Fäden der jeweiligen Erzählungen zusammenfinden, und ich war gespannt, wie es weitergeht. Es zeigt sich in einzelnen Stellen, wie beim Dialog Tims und Tschuptschiks in der Jana-im-Auto-Szene, auch der feine Humor Ebners.
    Über Gertrud sagt der Klappentext, dass sie "wohl Züge der Autorin selbst trägt", das ist aber - wie man sagt - ein Hilfsausdruck. Vor allem, da ich mittlerweile etliche Briefe gelesen habe, war ich manchmal fast - ich kann es nicht anders sagen - peinlich berührt, wie autobiographisch diese Figur angelegt ist - das geht bis ins Detail des abendlichen Whisky-Konsums.
    Der Verlag schreibt am Klappentext weiter: "ein Roman für Frauen, die zu sich selbst finden wollen; ein Roman für Männer, die Frauen verstehen wollen". Das passt ja wieder gut zu meinem geplanten Schwerpunkt auf dem "weiblichen Schreiben" (wobei dieser Begriff natürlich auch zu hinterfragen ist).

    Arbeitstitel und Referatstermin

    Ich habe gestern einen Arbeitstitel für meine Diplomarbeit kreiert: "Die Mutter der österreichischen Literatur. Weibliches Schreiben am Beispiel Jeannie Ebners". Der erste Teil gefällt mir auf jeden Fall, beim Untertitel fiele mir noch "Jeannie Ebner und weibliches Schreiben" oder "Weibliches Schreiben und Arbeiten am Beispiel von Jeannie Ebner" ein. Na gut, ich werde nicht so schnell in die Verlegenheit kommen, mich endgültig entscheiden zu müssen. - Der Termin für mein Referat beim DiplomandInnenseminar steht mittlerweile auch fest: der 15. Mai.

    Brotberuf und literarische Berufung

    Ich bin gerade über eine Dissertation von Doris Simhofer gestoßen, deren Titel - "Hilde Spiel, Journalistin wider Willen und ihre Ambivalenz zwischen 'Brotberuf' und literarischer Berufung" - sich in nur leicht abgewandelter Form auch für eine Jeannie Ebner-Biographie eignen würde. Werde mir die mal ansehen.

    Dienstag, Februar 27, 2007

    "ein Bursch direkt"

    In einem Brief an Mechthild Curtius vom 9. September 1974 schildert Jeannie Ebner eine Begebenheit aus ihrer Zeit als Mitarbeiterin einer Autowerkstatt - ich nehme an, als Jugendliche bzw. junge Frau. Ihre fünf Kollegen seien immer sehr zuvorkommend ihr gegenüber gewesen. "Eines Tages kam einer, der Franzi, in der Mittagspause zu mir, als ich eben ein Gedicht in der Schreibmaschine hatte. Er war entsetzt und sagte wörtlich: 'Aber du warst doch immer ein anständiger Kerl, ein Bursch direkt, und jetzt machst Gedichte?! Schämst dich net?'" Sie habe sich noch lange "mißbilligende oder spöttische Äußerungen" anhören müssen.

    Montag, Februar 26, 2007

    DiplomandInnenseminar

    Soeben habe ich mich erfolgreich zum "Kolloquium für DiplomandInnen und DissertantInnen" angemeldet - am 6. März von 18.15 bis 19.45 Uhr findet das Seminar (bei Wendelin Schmidt-Dengler) zum ersten Mal statt. Aus der Ankündigung: "Referate über neuere Fachliteratur. Referate aus dem Bereich der Diplomarbeiten und Dissertationen. Gemütliches Beisammensein". Bin schon gespannt, mit welchen Themen sich die anderen StudentInnen beschäftigen...

    Donnerstag, Februar 22, 2007

    "Major figure"

    Ich habe einmal unsere Datenbanken durchforstet und dabei noch für mich neue Primärliteratur, Übersetzungen und Sekundärliteratur gefunden:

  • James N. Hardin / Donald G. Daviau: Austrian fiction writers after 1914. Detroit: Gale Research 1989 (= Dictionary of literary biography 85)
  • A. Obermayer: "Jeannie Ebner". In: Donald G. Daviau (Hrsg.): Major figures of contemporary Austrian literature. New York: Peter Lang 1987
  • Adolf Opel: Jeannie Ebner: Augenblick, der nicht wiederkommt. Wien: Televisfilm 1990 (= Lebendes Wort - Bleibendes Werk 002) - den Film sollte ich mir anschauen, er ist auf der ONB verfügbar. Wieso habe ich den vorher noch nicht entdeckt? (AV, Signatur 13-VK.2)
  • Ján Loydl: Das neue Gedicht aus Österreich. Innsbruck: [Ungarisch-Österr. Kultur und Schulverein?] 1961
  • Jeannie Ebner / Lowell A. Bangerter [Übers.]: The Bengal tiger. Riverside: Ariadne Press 1992 (= Studies in Austrian literature, culture, and thought ; Translation series)
  • Jeannie Ebner / Marijan Kramberger [Red.]: Nova avstrijska Lirika. Maribor: Zalozba Obzorja 1972
  • Jeannie Ebner: Figure v crnem in belem. Murska Sobota: Pomurska Zalozba 1981
  • Jeannie Ebner: Das Bild der beiden Schwestern. Leipzig: St.-Benno-Verlag 1984 ("Ausgabe für die DDR und die sozialistischen Länder")
  • Außerdem habe ich festgestellt, dass Jeannie Ebner auch Miss Read übersetzt hat.

    "Reichs Ranitzky"

    In zwei Briefen, die ich gestern gelesen habe, kritisiert Jeannie Ebner heftig die Art von Marcel Reich-Ranicki (sie nennt ihn übrigens mehrmals "Reichs Ranitzky"). Als illustrierendes Beispiel führt sie an, dass Reich-Ranicki beim Bachmann-Preis einen Text mit der Bemerkung, es käme ihm zu oft das Wort "Seele" vor, abgekanzelt hätte. Nur sei das Wort überhaupt nicht vorgekommen, auch nicht als "Psyche" oder Abwandlungen davon, und kein anderes Mitglied der Jury habe irgendeine Form des Einspruchs erhoben. Er wolle entweder nicht zuhören oder er könne es gar nicht, weil das Geräusch in seinem eigenem Kopf so laut sei. Aus diesem Grund lehnte sie auch ab, in Düsseldorf an einer Diskussion über das Selbstverständnis von Schriftstellerinnen teilzunehmen, die von Reich-Ranicki geleitet werden sollte.

    Dienstag, Februar 20, 2007

    IZA-Ebner-Dossier eingetroffen

    Heute ist das Dossier über Jeannie Ebner vom Innsbrucker Zeitungsarchiv (IZA) eingetroffen, das ich letzten Donnerstag bestellt habe. Es umfasst Rezensionen, Berichte über Ehrungen, Würdigungen ihrer redaktionellen Arbeit - insgesamt 69 Artikel von der AZ bis zur FAZ.