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Dienstag, November 20, 2018

Ö1-Sendung mit Ebner-Gedichten

Am vergangenen Sonntag war die Ausgabe der Reihe "Du holde Kunst" Jeannie Ebner gewidmet - anlässlich ihres 100. Geburtstag am 17. November. Zehn Gedichte werden von Brigitte Karner gelesen und mit Musik von Richard Strauss, Theodor Kirchner, Max Reger, Franz Strauss und Karl Goldmark umrahmt. Gestaltung: Gudrun Hamböck. Noch diese Woche zu hören auf Ö1.

Donnerstag, Oktober 16, 2008

"Heimweh" im Radio

Vergangenen Sonntag, 12. Oktober 2008, war in "Du holde Kunst" auf Ö1 auch der Text "Heimweh" von Jeannie Ebner zu hören. Leider hab ich es verpasst, und ein Download ist auch mit Abo nicht möglich.

Montag, Juni 16, 2008

Draußen sind die Sterne

Plötzlich berührte ein leiser Luftzug meine Wange: Maria stand in der offenen Tür. Sie war ganz lautlos gekommen. Sie trug einen verblichenen, losen Mantel, und in ihrem Haar hingen Schneekristalle. Sie war unendlich schön.
"Komm", sagte sie.
"Bleib noch", sagte Martha dagegen. "Draußen ist es kalt und sehr dunkel".
"Draußen sind die Sterne", erwiderte Maria.
Ich stand wortlos auf und ging mit ihr.

Jeannie Ebner: "Bei den biblischen Schwestern". In: Die neue Penelope. EIn Jeannie-Ebner-Lesebuch. Hrsg. von Gerhard Trenkler. Graz: Styria 1988, S. 12 - 13

Sonntag, Juni 15, 2008

Passend zur Euro

In einem Brief an Hans Weigel vom 23. März 1976 schreibt Jeannie Ebner über die "Angst der Torbergmänner vor dem 11-Meter".

Freitag, Juni 13, 2008

Basilisk: Erste Publikation

Die meinen Informationen nach erste Publikation von Jeannie Ebner ist "Maschinenstadt" in der Zeitschrift Basilisk aus dem Jahr 1948. Ich habe die Zeitschrift gestern ausheben lassen. Eine interessante, utopische Kurzgeschichte: "In der Stadt Nr. 7695 betrat ich ein Postamt. Hinter gläsernen Schreibtischen saßen die Maschinen mit den walzenförmigen Metall-Leibern, Hebelarmen, Kugelgelenken und einer Menge von Ventilen und Schrauben"...
Die Zeitschrift ist auch recht ungewöhnlich, mit kurzen satirischen Texten und vielen teils sarkastischen Illustrationen, z.B. über die Besatzungszeit und die Lebensmittel- und Zigarettenrationierung. Anscheinend sind nur drei Hefte erschienen - eines 1947 und zwei 1948. Chefredakteur war Arnold Wasserbauer, der Sitz des Verlages war Wien-Neubau.

Dienstag, Juni 10, 2008

Joana mal zwei

"Zum Thema 'Holzfällen' wäre übrigens die vergleichende Lektüre der Lebensgeschichte der Joana bei Thomas Bernhard und Jeannie Ebner ein Desiderat", schreibt Evelyne Polt-Heinzl am 4. Dezember 2007 in ihrer Rezension von Stefan Neuhaus, Johann Holzner (Hrsg.): Literatur als Skandal. Fälle – Funktionen – Folgen. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht 2007.

Montag, Juni 09, 2008

"ich schreibe nur mit"

"Ich habe keine lebenden Kinder geboren, sondern es taucht immer irgendwann einmal plötzlich ein junges Mädel auf, das ich gar nicht kenne, und das lasse ich jetzt agieren, ich schreibe nur mit. Ich kann da abschalten und mitschreiben, und dann schau ich es mir hinterher erst an" (in: Hilde Schmölzer: Frau sein und schreiben. Österreichische Schriftstellerinnen definieren sich selbst. Wien: ÖBV 1982, S. 60)

Samstag, Juni 07, 2008

"Beim Adam hast du noch geübt"

In einem Interview mit Sandy Lang, das anlässlich von Jeannie Ebners 80. Geburtstag am 17. November 1998 im Standard erschien, schilderte Ebner, wie sie Hans Weigel kennenlernte: "Einmal besuchte ich eine Lesung. Da kam ein nicht ganz junger, nicht ganz schlanker Herr, zeigte drohend auf mich und sagte: 'Sie dichten!' Es war Hans Weigel. Seitdem arbeitete ich mit ihm zusammen". Und auf die Frage, worauf sie als Redakteurin von "Literatur und Kritik" besonders Wert gelegt habe: "Auf Übersetzungen der polnischen, tschechischen, ungarischen Literatur, weil mir das Altösterreichische am Herzen lag. Und auf Frauen. Es gab plötzlich viele. Ilse Thielsch, Herta [!] Kräftner, Marlen Haushofer, Ingeborg Bachmann, Ilse Aichinger. Die Frauen haben einander übrigens viel neidloser Informationen weitergegeben. Drum sag' ich zum lieben Gott immer: Beim Adam hast Du noch geübt, die Eva ist Dir schon recht gut gelungen".

Freitag, Juni 06, 2008

Jeannie Ebner im Tagblatt-Archiv

Eine Kollegin hat mich darauf aufmerksam gemacht, dass sich im Tagblatt-Archiv sehr wahrscheinlich eine Mappe über Jeannie Ebner befindet, und tatsächlich gab es eine - ein Volltreffer! Hier sind einige Zeitungsartikel gesammelt, die nicht im Dossier des Innsbrucker Zeitungsarchives enthalten sind, und in einigen steht etwas für meine Diplomarbeit höchst Brauchbares drin, was auch mein bisheriges Inhaltsverzeichnis stützt. Bin im Moment wieder gut drauf. Am 17. Juni hab ich wieder Referat im DiplomandInnenseminar, und da möchte ich gerne etwas aus dem geplanten Abschnitt "Förderin und Geförderte" bringen, z.B. "Jeannie Ebner und Hans Weigel" oder besser noch "Jeannie Ebner und Hilde Spiel".

Donnerstag, März 06, 2008

Opfer für männliches Vergnügen

"Viele Bücher hab ich bekommen, aber kein Kind. Mit sexueller Moral hatte das nichts zu tun. Ich habe trotzdem gelebt und geliebt, nur etwas rücksichtsloser gegen die Männer, von denen ich von da an Rücksicht verlangte. Und sie haben Rücksicht genommen. In der Sorte erotischer Liebe, die nichts als Lust will, gibt es keine Rücksichtsnahme meinerseits. Entweder sind beide einig und glücklich ganz ohne Angst, oder der Abschied findet statt vor jeder Erfüllung. Auch für Frauen ist Liebe kein Grund, zum Opfer zu werden für männliches Vergnügen. Es war eine angenehme Überraschung, immer wieder zu erfahren, daß liebende Männer fähig sind, ein Opfer zu bringen, und daß sie sich nur umso mehr um mich bemühten, weil es galt, Opfer zu bringen".

Tagebuch, 7. November 1987, zitiert nach: Trenkler, Gerhard (Hrsg.): Die neue Penelope. Ein Jeannie-Ebner-Tagebuch. Graz: Styria 1998, S. 241 (vergriffen)

Mittwoch, Dezember 26, 2007

"einfaches, umfriedetes Leben"

Im Text "Literatur und Widerstand" von Konstantin Kaiser (zu finden auf literaturepochen.at) heißt es: "'Wann endlich werden wir den Heroismus wieder vertauschen dürfen mit der heißersehnten Banalität eines einfachen, umfriedeten Lebens?', fragte Jeannie Ebner in 'Wien, März 1945'(Ebner o. J., 76)".

Freitag, November 09, 2007

Bücher, die ich schon gelesen habe

Um die Übersicht zu bewahren, notiere ich hier die Bücher und Sammelbände, die ich schon gelesen habe:
  • Aktäon
  • ...und hat sein Geheimnis bewahrt
  • Drei Flötentöne
  • Figuren in Schwarz und Weiß
  • Wildnis früher Sommer
  • Flucht- und Wanderwege
  • Der Genauigkeit zuliebe. Tagebücher 1942 - 1980
  • Papierschiffchen treiben
  • Die neue Penelope
  • Der Königstiger
  • Donnerstag, November 08, 2007

    In den eigenen Roman vertieft

    Bei nahezu allen literarischen Texten von Jeannie Ebner, die ich bisher gelesen habe, muss ich mich über weite Strecken zum Lesen zwingen. Vielleicht bin ich durch das viele Krimi-Schauen und Science Fiction-Lesen schon so plot-fixiert, dass ich eine Anhäufung handlungsarmer Passagen nicht mehr aushalte, ich weiß es nicht ;-) Und meine hierblogs geäußerte Ansicht über "Drei Flötentöne", dass der Verleger oder Lektor sich hätte einschalten müssen, um aus einem Buch mit guten Ansätzen ein gutes Buch zu machen, würde ich mittlerweile getrost auch auf andere Texte anwenden.
    Aber dann immer wieder rührt eine Szene mich plötzlich an: "Ich sah uns beide, ein Paar, Hand in Hand dasitzen, indes jeder in einem Buch las. Jeder war in seinen eigenen Roman vertieft, war woanders, innerlich weit fort; aber sooft einer von uns umblätterte oder ein neues Kapitel begann, wurde er sich kurz der Nähe und Wärme der Hand bewußt, die er hielt" (...und hat sein Geheimnis bewahrt. Roman. Styria 1991, S. 98).
    Und dann weiß ich wieder, warum ich weitergelesen habe - es werden immer wieder kleine Situationen so geglückt und treffend festgehalten. Manchmal werden auch Figuren mit ganz wenigen Worten charakterisiert und kommen der Leserin gleich vertraut vor.

    Leichtfüssig

    In der Reihe "Magazin" der Wienbibliothek ist als Band 4 "Leichtfüßig" von Jeannie Ebner erschienen. Kann aber auf der Website die Seite nicht mehr finden, auf der ich das gelesen habe, dabei wollte ich mir das eigentlich kaufen.
    Update 8.11.:Ich habe mir den Band per Fernleihe aus Salzburg bestellt. Das 24seitige Heft beinhaltet auf dottergelbem Papier ein Selbstportrait, verschiedene gedruckte und handgeschriebene Texte Ebners, einen Brief von Christine Busta, Photos, eine Auswahlbibliographie und den Text "Das Wagnis, die Welt ins Gleichnis zu bannen" von Kurt Klinger: "Es begann die bis heute nachwirkende neue Ideologisierung der Literatur, die den 'Zwischenwelten' Jeannie Ebners und der mythischen Tiefendimension ihrer Texte das Verständnis versagte"...

    Mittwoch, Oktober 31, 2007

    Fertig mit "Wildnis früher Sommer"

    Nachdem ich mit der über weite Strecken erfreulichen Lektüre von "Die Wildnis früher Sommer" (1958) - der Titel stammt übrigens von Thomas Bernhard - fertig bin, habe ich mich auf "Die Götter reden nicht" (1961) verlagert. Bin nach den ersten hundert Seiten skeptisch, ob die Bezeichnung "Roman" den vorliegenden Text wirklich trifft.

    Update: Wäre kein Wunder, denn "Die Götter reden nicht" ist ein Erzählband, ;-) Ich komme schon ganz durcheinander. Das Buch, das ich begonnen habe, ist jedenfalls "... und hat sein Geheimnis bewahrt".

    Dienstag, Oktober 23, 2007

    Elegante, beckenlose Geschöpfe

    Gestern beim Nachhausefahren habe ich mir überlegt, dass ich heute in diesem Weblog schreiben würde: "Weil ich noch immer keine DVB-T-Box habe, habe ich - statt 'Grey's anatomy' zu schauen - begonnen, ein weiteres Buch von Jeannie Ebner zu lesen". Nun, auf wundersame Weise konnte ich trotz Abschaltung des analogen Signals ORF1 empfangen (allerdings sehr schlecht) - und plötzlich auch ATV in bester Qualität, was ich bisher gar nicht reinbekommen habe. Langer Rede kurzer Sinn: Ich habe nun also wider Erwarten Grey's Anatomy (ORF1) und Stargate (ATV) geschaut, aber dennoch mit einem Buch von Jeannie Ebner begonnen - "Die Wildnis früher Sommer (meine Ausgabe: Kremayr & Scheriau 1978).
    Zitat: "Zwar hatte er jetzt Freundinnen in der Stadt, elegante, beckenlose Geschöpfe, die nach Seife und reiner, parfümierter Wäsche dufteten, aber in den schwarzen Zöpfen der Köchin hing, neben dem Dunst des Spülwassers, dem Bratengeruch und Gemüsebrodem, dennoch ein wenig fremdes Gewürz, süßlich und gepfeffert zugleich" (S. 156).

    Freitag, September 28, 2007

    Übermalung der Finsternis

    Im von Georg Bydlinski und Franz M. Rinner herausgegebenen Band "Neue Gedichte aus Österreich. Übermalung der Finsternis" ist auch ein Beitrag von Jeannie Ebner enthalten. Erschienen 1994 bei der edition umbruch in Mödling-Wien. Restexemplare gibt es direkt beim Herausgeber, ansonsten Antiquarisch unter anderem via ZVAB erhältlich.

    Freitag, September 14, 2007

    Frauenleben

    In der Datenbank AUFFACTS bin ich darauf gestoßen, dass Jeannie Ebners Gedicht "Ein Frauenleben" in dem von Ingeborg und Rodja Weigand herausgegebenen Band "Viele von uns denken noch sie kämen durch wenn sie ganz ruhig bleiben. Deutschsprachige Gegenwartslyrik von Frauen mit zwölf Zeichnungen von Gertrude Degenhardt" abgedruckt wurde. Erschienen 1978 im Schwiftinger Galerie-Verlag und 1988 als Taschenbuchausgabe unter dem Titel "Wodurch ich anders bin. Gedichte von Frauen" bei Heyne.

    Montag, Juli 09, 2007

    Gallows songs

    Ich habe mir am vorletzten Wochenende Jeannie Ebners Übersetzung von Christian Morgensterns Galgenliedern gekauft, die 1996 beim Wiener Neustädter merbod-Verlag erschienen ist. Ein kurzes Beispiel:
  • Original: Heilig ist die Unterhose, wenn sie sich in Sonn und Wind, frei von ihrem Alltagslose auf ihr wahres Selbst besinnt.
  • Übersetzung: Holy be thy underwear, pants in wind and sun are free, freed from everyday's despair, sensing what they're meant to be.
  • Freitag, Juni 15, 2007

    Im Dickicht des Pelion

    Ein Buch, das Jeannie Ebner und ihren Bekanntenkreis stark beeindruckt hat und von dem sie immer wieder spricht, ist "Im Dickicht des Pelion" von Werner Helwig. Dabei handelte es sich um eine Empfehlung der Buchhändlerin Christiane Wagner, "ich lieh es meiner Freundin Joana Thul und dem Maler und Gobelinweber Fritz Riedl", heißt es im "Versuch einer Selbstbiographie". Danach entbrannte der Wunsch, nach Griechenland an den Ort des Romangeschehens zu fahren, was erst nach Jahren möglich wurde, als Ebner Geld von einer Übersetzung übrig hatte und Riedl nach einem größeren Auftrag einen 2CV erwerben konnte, "der aussah wie aus Pappendeckel gemacht und der auch zu jenen Gegenständen gehörte, die man sofort gern hat". Wenig später fuhr eine Gruppe in zwei Autos nach Griechenland, die Eindrücke wie auch das Buch selbst bewegten Ebner anscheinend über Jahre. - Der im Nachlass erhaltene "Versuch einer Selbstbiographie", den ich am Dienstag durchgeblättert habe, erinnerte mich übrigens stark an "Papierschiffchen treiben". Da ist wohl vieles eingeflossen.