Jeannie Ebner

"Dem Geist ist es zuträglicher, vogelfrei zu sein als pensionsberechtigt". Weblog über die österreichische Schriftstellerin Jeannie Ebner als Begleitung zur (mittlerweile abgebrochenen) Diplomarbeit "Frauenfiguren und Frauenrolle(n) bei Jeannie Ebner" an der Universität Wien

Donnerstag, März 29, 2007

Bombenreklame

Für ihr Buch "Der Charismatiker. Thomas Bernhard und die Freunde von einst" (Löcker 1992) hat Maria Fialik auch ein Interview mit Jeannie Ebner geführt. Darin sagt Ebner über Bernhards "Holzfällen" unter anderem: "...außerdem ist es eine Bombenreklame für mich, weil profil und Kronen Zeitung gleichzeitig meinen Namen in ihrem Text gehabt haben" (S. 18). Für sie sei es einfach ein Roman gewesen.

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Schade eigentlich...

Ich habe immer gesagt, dass ich meine Diplomarbeit nur über jemanden schreiben möchte, der/die bereits verstorben ist. Aber je mehr ich mich in Jeannie Ebners Korrespondenz vertiefe, desto mehr tut es mir leid, dass ich nicht mehr mit ihr persönlich sprechen kann.

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Mittwoch, März 28, 2007

"Major figure"

Interessant im Hinblick auf das hierorts erwähnte journalistische "Mäßig"-Urteil ist, dass Jeannie Ebner ein Abschnitt im 1987 erschienenen Band "Major figures of contemporary Austrian literature" gewidmet ist.

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Montag, März 26, 2007

Die Jungen und die Nazi-Dichter

Unter dem Titel "Die Jungen und die Nazi-Dichter" schrieb Hans Haider am 16. September 2003 in der Presse über die Pürgger Dichterwochen: "Die alten Kameraden aus der bis 1945 offiziellen Schreibkunst waren zur Versöhnung mit Unbelasteten nach Pürgg gelockt worden. Pürgg: ein Reinigungsbad, weil auch Junge, sogar Linke eingeladen waren". Zu den Jungen zählte 1955 auch Jeannie Ebner. - Siehe dazu auch meinen Eintrag vom 15. Februar.

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Mäßiges

Über das Anthologieprojekt "Landvermessung" (Ex-Austrokoffer) schrieb Norbert Mayer am 27. September 2005 in der Presse: "Aber auf 8000 Seiten (wie viele Jahre liest der durchschnittliche Österreicher eigentlich an so viel Literatur?) findet sich eben auch sehr viel Mäßiges. Das wäre nicht weiter schlimm. Warum sollte man nicht wieder einmal Franz Tumler, Franz Theodor Csokor oder Jeannie Ebner lesen?"

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Menasse über Ebner

Im Spectrum der Presse vom vergangenen Samstag schrieb Robert Menasse einen unterhaltsamen Artikel über sein Leben nach dem Studienabschluss, Startkredite und seinen ersten Roman (vieles kam mir dabei bekannt vor...). Unter anderem schildert er, dass er vergebens versuchte, Teile eben dieses - unveröffentlicht gebliebenen - Romans bei Literaturzeitschriften unterzubringen. Jeannie Ebner habe ihm - sinngemäß - geschrieben, sie wisse nicht, ob er Talent habe, aber auch nicht, ob er kein Talent habe. Sie wisse nur, dass sie - wenn sie nicht genau wüsste, dass sie einen Text veröffentlichen wolle - ihn nicht veröffentlichen wolle.

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Donnerstag, März 22, 2007

Frauen im Literaturbetrieb nach 1945

Zum Thema "Frauen im Literaturbetrieb nach 1945" hab ich interessante Aufsätze bzw. Bücher gefunden:

Walter Buchebner-Literaturprojekt: Das Schreiben der Frauen in Österreich seit 1950. Wien: Böhlau 1991
  • Christine Schmidjell: "'Geh ohne Mantel und vergiß, was deine Heimat war': Hertha Kräftner und die Generation 'Junger Autorinnen' nach 1945", S. 9 - 21: Sie schreibt: "Kulturämter und kulturelle Institutionen sind bereits (wieder) von Männern besetzt und stellen damit Machtzentren dar, die der Literatur von Frauen oftmals zensierende Maßnahmen entgegensetzen. Engagierte Frauen wie Jeannie Ebner oder Erika Danneberg fungieren allenfalls als Alibifrauen".

  • Christiane Caemmerer, Walter Delabar, Elke Ramm, Marion Schulz: Erfahrung nach dem Krieg. Autorinnen im Literaturbetrieb 1945 - 1950. BRD, DDR, Österreich, Schweiz. Frankfurt: Peter Lang 2002
  • Julia Neissl: "Zwischen Anpassung und Aufbegehren. Junge Autorinnengeneration in Österreich nach 1945 und ihre Auseinandersetzung mit Sexualität", S. 57 - 68: Neissl stellt Ebners frühe Erzählung "Das Bett" vor, die sich mit den Themen Abtreibung und weibliche Unlust beschäftigt, und schreibt ihr einen geschlechterkritischen Blick zu.
  • Christa Gürtler: "'...weil ja fast alle Frauen stumm dabeisaßen'. Debüts österreichischer Schriftstellerinnen 1945-1950", S. 203 - 214: "Was auffällt an der Generation junger Autorinnen ist ihr Angewiesen-Sein auf männliche Unterstützung, auf Männer, die auch nach 1945 in den Literaturinstitutionen die Macht haben, die Zeitschriften herausgeben, in den Verlagen, Radiostationen und Kulturämtern sitzen".
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    Reduziertes Leben

    Sabine Scheidels Dissertation "Reduziertes Leben. Untersuchungen zum erzählerischen Werk Marlen Haushofers" aus dem Jahr 2005 ist dankenswerterweise online (pdf) nachzulesen. Sie thematisiert darin den Begriff "Frauenliteratur": "Die weiteste Auslegung erfährt der Terminus, wenn Texte mit dominant weiblichem Figureninventar bereits als Frauenliteratur betitelt werden. Eine sehr großzügige Verwendung erfährt der Begriff auch in seiner produktionsbezogenen Auslegung, wenn nämlich jeder von einem weiblichen Autor verfasste Text schon als Frauenliteratur angesehen wird". - Dazu passt wieder Jeannie Ebners Vortrag "Literatur weiblicher Autoren - ja! Aber wieso Frauenliteratur?" von 1985.

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    Jeannie-Baum gefällt

    Gestern und heute habe ich "Holzfällen" von Thomas Bernhard gelesen, wo er ja Jeannie Ebner unter dem kaum veränderten Namen "Jeannie Billroth" ordentlich beutelt... Ich zitiere nur ein paar Beschreibungen: "abgeschmackte[n] Gedichte- und Prosaschöpferin" (S. 175), "eine so miserable eigene Kunst" (S. 224), "sentimentale[n] geschraubte[n] Schwätzerin" (S. 55) - zitiert nach der 4. Auflage 1994. - Dazu lese ich auch den Band "Staatspreis - der Fall Bernhard", herausgegeben von Alfred Goubran und 1997 erschienen in der Edition Selene. - Außerdem habe ich mir den Artikel "Publikumsbeschimpfung: Thomas Bernhard's Provocations of the Austrian Public Sphere" von Matthias Konzett, erschienen in der Ausgabe 68 (1995) 3 des "German Quarterly", bestellt.

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    Arbeitstitel neu

    Ich habe gestern, als ich in einem Kaffeehaus auf jemanden gewartet habe, einige neue Ideen für den Titel meiner Diplomarbeit gehabt: "Frauenleben und Frauenrolle(n) bei Jeannie Ebner" (betont eher ihr Leben) oder auch "Frauenfiguren und Frauenrolle(n) bei Jeannie Ebner" (betont ihr Werk stärker, was ich eigentlich nicht möchte).

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    Donnerstag, März 15, 2007

    Gliederung

    Jeannie Ebners berufliche Tätigkeit umfasst mehrere Aspekte:
  • schriftstellerische Tätigkeit
  • Übersetzungen
  • redaktionelle Tätigkeit, u.a. bei Literatur & Kritik
  • Förderung junger Autorinnen und Autoren, was mit der redaktionellen Tätigkeit natürlich zusammenhängt
  • Gremienarbeit, u.a. in der Interessensgemeinschaft österreichischer Autoren, dem PEN-Club und der Literarischen Verwertungsgesellschaft

  • Das wäre vielleicht auch eine mögliche Gliederung für die Diplomarbeit. Ich würde aber auch gerne eine Übersicht machen, was sie alles gleichzeitig gemacht hat.

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    Drei Flötentöne

    Im letzten DiplomandInnenseminar hat sich mein Betreuer eher negativ über Jeannie Ebners Roman "Drei Flötentöne" geäußert, gleichzeitig aber den Zusammenhang dieses Textes zu Gerhard Lampersbergs "Diarium" und Thomas Bernhards "Holzfällen" hergestellt. Ich hab in den letzten beiden Tagen nun die "Drei Flötentöne" gelesen, und ich habe die Lektüre durchaus genossen. Es geht um drei Frauen, die in sechs Kapiteln jeweils aus ihrer Sicht schreiben - Jana, Gertrud und Tschuptschik. Im siebenten Kapitel, "Drei Sekunden lang Ewigkeit", rundet Gertrud als einzige Überlebende der drei Frauen den Roman ab. Einige Passagen hätte ich persönlich gestrichen, aber ich fand interessant, wie sich die Fäden der jeweiligen Erzählungen zusammenfinden, und ich war gespannt, wie es weitergeht. Es zeigt sich in einzelnen Stellen, wie beim Dialog Tims und Tschuptschiks in der Jana-im-Auto-Szene, auch der feine Humor Ebners.
    Über Gertrud sagt der Klappentext, dass sie "wohl Züge der Autorin selbst trägt", das ist aber - wie man sagt - ein Hilfsausdruck. Vor allem, da ich mittlerweile etliche Briefe gelesen habe, war ich manchmal fast - ich kann es nicht anders sagen - peinlich berührt, wie autobiographisch diese Figur angelegt ist - das geht bis ins Detail des abendlichen Whisky-Konsums.
    Der Verlag schreibt am Klappentext weiter: "ein Roman für Frauen, die zu sich selbst finden wollen; ein Roman für Männer, die Frauen verstehen wollen". Das passt ja wieder gut zu meinem geplanten Schwerpunkt auf dem "weiblichen Schreiben" (wobei dieser Begriff natürlich auch zu hinterfragen ist).

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    Arbeitstitel und Referatstermin

    Ich habe gestern einen Arbeitstitel für meine Diplomarbeit kreiert: "Die Mutter der österreichischen Literatur. Weibliches Schreiben am Beispiel Jeannie Ebners". Der erste Teil gefällt mir auf jeden Fall, beim Untertitel fiele mir noch "Jeannie Ebner und weibliches Schreiben" oder "Weibliches Schreiben und Arbeiten am Beispiel von Jeannie Ebner" ein. Na gut, ich werde nicht so schnell in die Verlegenheit kommen, mich endgültig entscheiden zu müssen. - Der Termin für mein Referat beim DiplomandInnenseminar steht mittlerweile auch fest: der 15. Mai.

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    Brotberuf und literarische Berufung

    Ich bin gerade über eine Dissertation von Doris Simhofer gestoßen, deren Titel - "Hilde Spiel, Journalistin wider Willen und ihre Ambivalenz zwischen 'Brotberuf' und literarischer Berufung" - sich in nur leicht abgewandelter Form auch für eine Jeannie Ebner-Biographie eignen würde. Werde mir die mal ansehen.

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