Jeannie Ebner

"Dem Geist ist es zuträglicher, vogelfrei zu sein als pensionsberechtigt". Weblog über die österreichische Schriftstellerin Jeannie Ebner als Begleitung zur (mittlerweile abgebrochenen) Diplomarbeit "Frauenfiguren und Frauenrolle(n) bei Jeannie Ebner" an der Universität Wien

Donnerstag, April 19, 2007

Konflikte - Skandale - Dichterfehden

In dem 1995 bei Erich Schmidt erschienenen Band "Konflikte - Skandale - Dichterfehden in der österreichischen Literatur" hatte ich mir eigentlich etwas über Thomas Bernhards "Holzfällen" erwartet, bin aber auch so fündig gefunden: Im Aufsatz "'Surrealismus und so'. Karl Kraus und Georg Kulka, Herbert Eisenreich und H.C. Artmann. Ein Beitrag zur Konfliktgeschichte der österreichischen Avantgarde" von Wendelin Schmidt-Dengler steht zu lesen: "Okopenko unterscheidet drei Gruppen, und zwar erstens einen 'rechten Flügel', dem Eisenreich und Polakovics angehörten, dann zweitens einen linken mit René Altmann, H.C. Artmann und Helene Diem, Wieland Schmied und Hannes Weißenborn, und drittens die Mitte mit Jeannie Ebner, Gerhard Fritsch und Ernst Kein" (S. 18).

Hintergrundinformationen für manche Briefe liefern auch folgende Aufsätze:

  • "Ehrenwerte Rebellen? Die Wiener Gruppe als ein Streit- und Vorzeigeobjekt in der Debatte um eine neue österreichische Literatur" von Gisela Steinlechner. Darin geht es unter anderem um den Text "der sechste Sinn", den Konrad Bayer 1964 bei einem Treffen der Gruppe 47 vorgetragen hat und wofür er heftige Kritik, z.B. von Erich Fried, erntete. Dazu interessant die Rezension des Bayerschen Textes als Hörbuch von Klaus Kastberger.
  • "Realistisch oder experimentell. Frontenbildungen in der österreichischen Literatur der sechziger und siebziger Jahre" von Jutta Landa - behandelt u.a. die Auseinandersetzungen im und um den österreichischen PEN-Club.
  • "GAV kontra PEN. Die Institutionalisierung einer Spaltung" von Roland Innerhofer passt zum obigen Artikel. Hier heißt es auf S. 228/229: "Hilde Spiel scheiterte 1972, nach dem Rücktritt Lernet-Holenias, in ihrer Kandidatur um die Präsidentschaft". Wie manchmal alles zusammenpasst - gestern noch habe ich in einem Brief Jeannie Ebners an Juliane Windhager gelesen: "Das ganze richtet sich, ohne jeden sachlichen Grund, gegen Hilde Spiel, die bisher die ganze Arbeit gemacht hat, aber jetzt keinesfalls die Ehre erfahren soll, etwas Präsidentin zu werden". Spiel war ja von 1966 bis 1971 PEN-Generalsekretärin.
  • "Zum Paradigma der Frauenliteratur in Österreich. Über die (Un-)Möglichkeit der Erregung öffentlicher Aufmerksamkeit" von Christa Gürtler behandelt zwar nicht Jeannie Ebner selbst, liefert aber interessante Einblicke in die Entstehung des Begriffes "Frauenliteratur".
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