Donnerstag, Januar 03, 2019

Über das Gedichteschreiben in einer Autowerkstätte

Im November 2018 habe ich den Text zum "Objekt des Monats" der Wienbibliothek im Rathaus geschrieben. Auf der Website der Bibliothek wird jeden Monat ein besonderes Objekt vorgestellt. Zum 100. Geburtstag von Jeannie Ebner habe ich einen Brief von Jeannie Ebner an Mechthild Curtius vom 9. September 1974 ausgesucht. Er gibt zwar optisch nicht viel her (um es flapsig auszudrücken), enthält aber eine interessante Passage. Den Text gebe ich hier wieder, der Brief ist auf der Bibliothekswebsite abgebildet.


Objekt des Monats November 2018: Über das Gedichteschreiben in einer Autowerkstätte - Zum 100. Geburtstag von Jeannie Ebner

Eine allzu romantische Vorstellung von Schriftstellern und Schriftstellerinnen: Sie können sich den ganzen Tag ihrer Kunst widmen, sich der Inspiration hingeben, den Musenkuss empfangen und die Texte nur so aus sich herausfließen lassen. Bei der Schriftstellerin Jeannie Ebner, die am 17. November 1918 geboren wurde, stellt sich das Bild ganz anders dar.

Neben ihrer schriftstellerischen Produktion stellte sie Souvenirs aus Keramik her, pflegte ihre Mutter, gab Englisch-Nachhilfe, verkaufte in der Nachkriegszeit das von ihrem späteren Mann Ernst Allinger erzeugte Saccharin am Schwarzmarkt, übernahm mit 21 Jahren die Leitung der familieneigenen Spedition mit 35 MitarbeiterInnen, arbeitete als Stenotypistin, Übersetzerin aus dem Englischen und ins Englische, Literaturkritikerin, gab die Zeitschrift "Literatur und Kritik" heraus, war über lange Strecken Alleinverdienerin und führte den Haushalt, förderte junge Kolleginnen und Kollegen, war Mitglied des Kultursenats des Landes Niederösterreich, Vizepräsidentin der IG Autorinnen Autoren und der Literarischen Verwertungsgesellschaft.

Nicht immer hatte dabei ihr berufliches Umfeld Verständnis für ihre künstlerische Arbeit, wie unser Objekt des Monats illustriert. In einem Brief an die deutsche Literaturwissenschaftlerin Mechthild Curtius vom 9. September 1974 beschreibt Ebner folgende aus heutiger Sicht amüsante Episode:

"Ich habe drei Jahre [1946-1949], schlecht bezahlt, in einer zugigen, dreckigen Autoreparaturwerkstätte [der US-amerikanischen Streitkräfte] gearbeitet, an der Schreibmaschine, die Füße auf einem Brett, weil da immer eine Wasserlache stand, mit täglich Kopfwehpulver, wegen leichter aber ständiger Kohlengasvergiftung im Winter. Die fünf Arbeiter und der sechste, der Klosett reinigte, aufkehrte ect. mochten mich. Sie haben sich geradezu ritterlich benommen, und ich war mit allen per Du. Eines Tages kam einer, der Franzi, in der Mittagspause zu mir, als ich eben ein Gedicht in der Schreibmaschine hatte. Er war entsetzt und sagte wörtlich: ‚Aber du warst doch immer ein anständiger Kerl, ein Bursch direkt, und jetzt machst Gedichte?! Schämst dich net?!‘ Er konnte es mir lang nicht verzeihen und ich mußte mir vor den anderen ständig mißbilligende oder spöttische Äußerungen darüber anhören".
Umgekehrt hatte auch Ebners literarisches Umfeld nicht immer Verständnis für die Zwänge des Brotberufs, wie sie Jahre später in ihrem Tagebuch notieren sollte:
"Unruhe, Hast, Hetzjagd. Keine Minute des Tages ohne Beschäftigung. Der Lavant-Film. Die Redaktion. Suchys Dokumentation. Die Freunde. Hausarbeit. Lesen. Literarische Veranstaltungen. Jeden Samstag und jeden Sonntag bis fünf Uhr nachmittags an der Schreibmaschine. Und immer noch fragen mich alle möglichen Leute vorwurfsvoll: Warum schreibst Du nichts mehr?".

Neben der Arbeit in der Autowerkstätte hatte Jeannie Ebner gerade begonnen, kleinere literarische Texte verschiedenen Zeitschriften anzubieten. Das war in der unmittelbaren Nachkriegszeit die einzige Möglichkeit, mit dem Schreiben zumindest ein kleines Honorar zu verdienen – die Verlage waren bei "junger Literatur" äußerst vorsichtig. Sie war so auch mit Hans Weigel und seinem "Stammtisch" im Café Raimund in Kontakt gekommen. Ihre allererste Publikation war die utopische Erzählung "Die Maschinenstadt", die 1948 in der (nur zwei Nummern erlebenden) Zeitschrift "Der Basilisk" erschien. 1951 bis 1954 unterstützte Ebner Weigels Jahrbuch "Stimmen der Gegenwart" durch Redaktions- und Sekretariatsarbeiten. In einem Artikel von Sandy Lang im "Standard" vom 17. November 1998 beschrieb sie ihre Aufgaben so:

"Ja, ich schlief da und dort, hatte keine Wohnung, nur im Café Raimund ein Postfach. Da landeten die Manuskripte für die Anthologien Stimmen der Gegenwart. Ich sortierte sie in 'Kaas', 'brauchbar', 'sehr gut'. So musste der Weigel nicht alles lesen".
In dieser vierbändigen Anthologie wurden unter anderem frühe Werke von Friederike Mayröcker, Ingeborg Bachmann und Marlen Haushofer veröffentlicht; Ebner trug für den Jahrgang 1952 die Erzählung "Das Bett" bei. Zur selben Zeit brachte Rudolf Felmayer einzelne Gedichte Ebners in der von ihm herausgegebenen Anthologie "Tür an Tür". 1952 erschien schließlich Ebners erste selbstständige Buchpublikation "Gesang an das Heute. Gedichte, Gesichte, Geschichten" als Band 9 der von Weigel betreuten Reihe "Junge österreichische Autoren".

Gedichte und kurze Prosatexte schrieb Jeannie Ebner zwischendurch, aber für ihren ersten Roman brauchte sie Zeit und Freiheit von Erwerbsarbeit. Ihr Mann gab ihr ein Jahr, um das Buch zu schreiben, und ein weiteres, um einen Verleger zu finden – das glückte, ihr erster Roman "Sie warten auf Antwort" mit surrealistischen und kafkaesken Anklängen erschien 1954 bei Sigbert Mohn in Gütersloh.

Der Brief ist Teil des umfangreichen Nachlasses Jeannie Ebners, der zwischen 1989 und 2004 in mehreren Tranchen an die Handschriftensammlung der Wienbibliothek kam. Auf dem Nachlass basiert das Buch "Die Unbeugsame. Über Jeannie Ebner" von Petra Ganglbauer, das im November 2018 im Mandelbaum-Verlag erscheint. [für das ich auch einen Beitrag geschrieben habe]


Montag, November 26, 2018

Jeannie-Ebner-Abend im Bezirksmuseum Landstraße

Im Bezirksmuseum Landstraße wird am Dienstag, 27. November, im Rahmen der Reihe "Literarischer Jour-fixe" an die Schriftstellerin, Übersetzerin, Herausgeberin und Redakteurin Jeannie Ebner (1918 – 2004) erinnert. Um 19.00 Uhr geht die Hommage an die verdiente Autorin los. Die literaturkundige Obfrau des Kultur-Vereins "Roncalli", Ingeborg "Ibo" Steyer, und andere Rezitatoren sprechen Texte der namhaften Vertreterin der österreichischen Nachkriegsliteratur und Förderin junger Literatinnen und Literaten. Heuer jährt sich Ebners Geburtstag zum 100. Mal und dies ist der Anlass für diese Veranstaltung. Der Zutritt ist gratis. Das ehrenamtliche Museumsteam verwendet individuelle Spenden der Besucherinnen und Besucher für künftige Projekte. Auskünfte: Telefon 4000/03 127 (Museumsleiter: Herbert Rasinger).

In der „Wienbibliothek im Rathaus“ wird der literarische Nachlass Jeannie Ebners für die Nachwelt bewahrt. Die Kulturabteilung der Stadt Wien hat Ebner im April im Rahmen der Reihe „Autorinnen feiern Autorinnen“ mit einer Festveranstaltung (Festrede: Petra Ganglbauer) gewürdigt.
Quelle: Rathauskorrespondenz.

Dienstag, November 20, 2018

Ö1-Sendung mit Ebner-Gedichten

Am vergangenen Sonntag war die Ausgabe der Reihe "Du holde Kunst" Jeannie Ebner gewidmet - anlässlich ihres 100. Geburtstag am 17. November. Zehn Gedichte werden von Brigitte Karner gelesen und mit Musik von Richard Strauss, Theodor Kirchner, Max Reger, Franz Strauss und Karl Goldmark umrahmt. Gestaltung: Gudrun Hamböck. Noch diese Woche zu hören auf Ö1.

Donnerstag, August 09, 2018

Gone, but not forgotten

Um mich auf meinen Buchbeitrag einzustimmen, der demnächst fällig ist, habe ich das Grab von Jeannie Ebner am Wiener Neustädter Friedhof besucht. Und GEsucht - leider war es nämlich schon zu spät, um bei der Friedhofsverwaltung nachzufragen, wo sich das Grab eigentlich befindet, und so musste ich den Friedhof eben abgehen. Nach satten vier Kilometern Fußwegs habe ich es geschafft - wenn mir nicht ein Freund zur Seite gestanden wäre, hätte es noch deutlich länger gedauert. "Gone but not forgotten" steht auf dem Grabstein. Cornelia Niedermeier schrieb in ihrem Nachruf "Der Dunst des Lebens" im Standard vom 30. März 2004: "Auf dem Friedhof von Wiener Neustadt trägt ein Grabstein seit Jahren ihren Namen und den Tag ihrer Geburt, ordentlich gemeißelt in die Oberfläche: Jeannie Allinger-Ebner, geboren am 17. November 1918 in Sidney". Das Todesdatum fehlt allerdings, das hat mich doch überrascht.

Damit etwaige Besuchswillige nicht ebenso lange suchen müssen, sei hier verraten: Das Grab befindet sich in Feld II im Bereich Grab 96-122.

Montag, Juli 23, 2018

Auf der Suche nach dem Jeannie-Ebner-Weg

Mit Beschluss des Kulturausschusses vom 5. April 2016 wurde ein Weg nach Jeannie Ebner benannt, und zwar in Floridsdorf im Bereich Gaswerk Leopoldau. Google Maps kennt den Weg gar nicht, und der Wien-Stadtplan findet ihn zwar, aber er dürfte so klein sein, dass er am Stadtplan nicht beschriftet ist - man kann nur erahnen, wo er ist. Hausnummern gibt es jedenfalls nicht.

Nach einigem Suchen hab ich ihn jetzt doch gefunden: Man muss auf Wien Kulturgut gehen und "Topographische Objekte aus dem WienGeschichteWiki" einblenden. Dann sieht man, dass es ein kleiner Fußweg ist.

Link zum Stadtplan.

Sonntag, Juli 22, 2018

Buchbeitrag und Lesung

Es gibt Neuigkeiten: Ich wurde eingeladen, einen Beitrag über Jeannie Ebner zu schreiben und an einer Veranstaltung zu ihrem hundertsten Geburtstag mitzuwirken. Ich freue mich, meine bisherige Arbeit nutzen zu können. Mehr Information folgt, wenn die Details feststehen!

Freitag, April 20, 2018

Festrede von Petra Ganglbauer zum 100. Geburtstag von Jeannie Ebner

Die Festrede "Jeannie Ebner – Die Unbeugsame" wird 2018 von der Autorin Petra Ganglbauer gehalten. Sie feiert Jeannie Ebner, deren Geburtstag sich heuer zum 100. Mal jährt.

Die Schriftstellerin, Übersetzerin und Herausgeberin Jeannie Ebner gilt als prägende Exponentin der österreichischen Nachkriegsliteratur und bedeutende Förderin von Nachwuchsautorinnen und -autoren (unter ihnen Thomas Bernhard und Christine Lavant). Ebners eigenes literarisches Werk ist jedoch weitgehend in Vergessenheit geraten und nur noch antiquarisch erhältlich.

Petra Ganglbauer setzt sich in ihrer Rede mit den zahlreichen Funktionen Ebners auseinander: mit ihrer Rolle als Herausgeberin, als Förderin sowie als kultur- und gesellschaftspolitisch engagierte Schriftstellerin. Sie blickt aber auch auf die Darstellung von Frauen in Ebners Werk sowie auf deren eigene Positionierung als Künstlerin und die damit verbundenen Schwierigkeiten.

Die Rede erscheint als fünfter Band der Schriftenreihe "Autorinnen feiern Autorinnen" im Mandelbaum Verlag. "Autorinnen feiern Autorinnen" findet seit 2014 im Rathaus statt. Die Kulturabteilung der Stadt Wien beauftragt jedes Jahr eine Autorin, eine Rede zu Ehren einer bedeutenden (verstorbenen) Wiener Schriftstellerin zu verfassen und diese öffentlich vorzutragen.

Ort und Zeit

Ort: Wiener Rathaus, Stadtsenatssitzungssaal.

Zeit: Donnerstag, 26. April 2018, 19 Uhr.

Anmeldung erbeten an ines.varga@wien.gv.at.

Quelle: Rathauskorrespondenz.

Dienstag, Juli 25, 2017

Claus Peymann liest "Holzfällen"

Ich habe die vorletzte Karte für "Claus Peymann liest Thomas Bernhard 'Holzfällen'" im Kurhaus Semmering ergattert :-) Termin: Donnerstag, 27. Juli 2017, 19:30 - 20:50 Uhr. Neben mir ist noch ein Platz frei, Mitfahrgelegenheit von/nach Wiener Neustadt gibt's auch...

Ich war ja vor zwei Jahren bei einer Lesung von Johannes Silberschneider in Ohlsdorf und bin gespannt auf die Unterschiede. Peymann hab ich bei "Claus Peymann kauft sich eine Hose und geht mit mir essen" im Akademietheater gesehen und großartig gefunden.

Donnerstag, Dezember 22, 2016

Schriftstellerbegegnungen

In dem Band Schriftstellerbegegnungen 1960 - 2010 von Peter Paul Wiplinger wird auch Jeannie Ebner erwähnt:

Ihre Gedichte mag ich. Sie sind trotz der oft großen Themen von einer solchen Einfachheit und Schlichtheit, daß sie mich berühren und mein Innerstes erreichen. Dafür und für die Begegnung mit ihr überhaupt bin ich sehr dankbar.

Ebner Jeannie. In: Peter Paul Wiplinger: Schriftstellerbegegnungen 1960 - 2010. Klagenfurt / Wien: Kitab Verlag 2010, S. 62-63

Samstag, September 05, 2015

Jeannie Ebners Bibel im Bild

2011 ist ja der Band "Lesespuren - Spurenlesen. Wie kommt die Handschrift ins Buch" mit meinem Beitrag "Das Buch von JEMAND. Jeannie Ebners Bibel" erschienen. Ich hab damals darüber gebloggt. Nun bin ich gerade wieder über ein Photo der erwähnten Bibel gestoßen und möchte es hier gerne zeigen.



Die Heiligen Schriften des AT und NT. Wien: Britische und Ausländische Bibelgesellschaft 1950. Arbeitsexemplar von Jeannie Ebner. Wienbibliothek im Rathaus, Handschriftensammlung.

"Holzfällen" auf Polnisch

Jeannie Ebner, die "wiedeńska Wirginia Woolf" ;-) mehr dazu im Artikel "Co wolno artyście?" auf e-teatr.pl.

Wald, Hochwald, Holzfällen

Ende Juli war ich bei einer beeindruckenden Veranstaltung in Ohlsdorf bei Gmunden: Im Rahmen der Salzkammergut-Festwochen las der von mir sehr verehrte Johannes Silberschneider aus Thomas Bernhards "Holzfällen. Eine Erregung". Zu dem Buch habe ich natürlich eine besondere Beziehung. Ich habe den Roman natürlich gelesen, aber vorgelesen wirkt er doch viel besser. Mir war damals gar nicht aufgefallen, wie unglaublich witzig - auf Bernhards bekannte griesgrämige Art - das Buch ist! Meine Begleiterin und ich haben uns aber gefragt, ob dieses Buch - im Gegensatz zu anderen Bernhard-Texten - nicht sehr schwer zu verstehen und zu schätzen ist, wenn man Wien bzw. Österreich nicht kennt.





Ein Blick in den Veranstaltungsstadel im Thomas-Bernhard-Haus Ohlsdorf. Vor Beginn der Lesung wurde ein Bild von Joana Thul, einer guten Freundin Bernhards und wesentlicher Figur im Roman, gezeigt. - Monika Bargmann, CC-BY

Mittwoch, Oktober 05, 2011

Lesespuren bei Jeannie Ebner

Das Buch "Lesespuren - Spurenlesen. Wie kommt die Handschrift ins Buch" ist letzte Woche erschienen. Es handelt sich um den Band 12+13 der Reihe "Sichtungen", die von Wienbibliothek im Rathaus und Literaturarchiv der Österreichischen Nationalbibliothek gemeinsam herausgegeben und gestaltet wird.

Und es handelt sich um den Band, für den ich den Beitrag "Das Buch von JEMAND. Jeannie Ebners Bibel" geschrieben habe :-) Es ist wirklich ein schöner Band (oder "Ziegel", wie ich ihn manchmal liebevoll-despektierlich nenne) geworden, vor allem überrascht mich immer wieder, wie plastisch die 237 (!) Abbildungen auf dem zweidimensionalen Papier wiedergegeben werden. Das schwarz-grüne Matrix-ähnliche Coverdesign gefällt mir auch sehr gut.

Insgesamt 57 Beiträge auf 452 Seiten widmen sich dem Thema Annotationen, Beilagen, Durchstreichungen, Eselsohren, Tippexspuren etc.

Donnerstag, März 10, 2011

PEN-Club insolvent

Wie das Wirtschaftsblatt gestern berichtet, ist der österreichische PEN-Club nach einer großen Tagung, deren Kosten nicht eingespielt werden konnten, insolvent: "Man habe nun zur Schuldentilgung die eigene Sammlung an Schriftstücken in die Waagschale geworfen und vereinbart, dass diese im kommenden Jahr ans österreichische Literaturarchiv gehe. Diese enthalte unter anderem den Nachlass des Schriftstellers und einstigen P.E.N.-Präsidenten Ernst Schönwiese".

Siehe dazu auch Neues Volksblatt, Buchreport und derStandard.

Donnerstag, September 02, 2010

Jeannie Ebner und Franz Leo Popp

<zitat> Einmal – gerade einer 'literarischen Selchkammer' entstiegen – eröffnete er Jeannie Ebner, dass sein Ur-Urgroßvater ein gewisser Heinrich Griensteidl, der Besitzer des gleichnamigen Wiener Literatencafés, war."Da hat sie mich groß und erkennend angesehen und gesagt: 'Ich hab' schon immer gewusst, dass Sie irgendwas mit Literatur zu tun haben'". <zitatende>

Zitat nach: Dieter Scherr: "Lukratives Groscherlg'schäft. Franz-Leo Popp hat als bisheriger Leiter der Verwertungsgesellschaft Literar-Mechana grundlegende Autorenrechte erkämpft". In: Wiener Zeitung, EXTRA Lexikon, 30. August 2008

Holzfällen: "Perhaps his greatest bitterness"

Bob Corbett schreibt über Thomas Bernhards "Holzfällen": "Perhaps his greatest bitterness is directed at Jeannie Billroth, a writer and critic who sees herself as a Viennese Virginia Woolf. The narrator had an affair with her more than 20 years prior and rails against her at ever opportunity".

Siehe dazu auch Daniel Kehlmanns Kommentar zur Neuausgabe: "Der kühle Lobbyist in der Maske des manischen Bezichtigers" in der FAZ vom 10. Oktober 2007: "Diese Prosa lebt natürlich nicht von der Wiedererkennung der wirklichen Personen durch den Leser. Sie lebt aber durchaus von der Versprechung, dass diese Leute existieren und dass der Leser sie wiedererkennen würde, würde er sie nur kennen. Ohne sie verlöre 'Holzfällen' viel von seiner Verve und seinem Reiz".

Freitag, Juli 23, 2010

Arbeitsexemplar der Bibel

Mein Kollege von der Handschriftensammlung arbeitet an einem Band über Arbeitsexemplare und hat mich gefragt, ob ich dazu auch etwas beisteuern will. Ich werde etwas über Jeannie Ebners Arbeitsexemplar der Bibel schreiben :-)

Donnerstag, September 10, 2009

Dor über die "Übriggebliebenen"

"1945 gehörte die Kultur - oder bescheiden gesagt: der Kulturbetrieb - den Übriggebliebenen. Sie hatten in allem recht. Sie gründeten staatlich sanktionierte und subventionierte Vereinigungen, Verlage und was sie wollten. Sie verliehen einander Orden, Preise, Titel, Subventionen, Pensionen (...) Und alle, alle kommen in den Himmel, nicht weil sie brav sind, sondern weil sie übriggeblieben sind".

Milo Dor: "Revolte der Mittelmäßigkeit". In: Forum 2 (1954), S. 18

Sonntag, Juni 14, 2009

Locating Austrian literature

Im Aufsatz "Cultural memory and intellectual history: locating Austrian literature" von David S. Luft, erschienen 2007 in der Zeitschrift "Studies in Twentieth and Twenty-First Century Literature" kommt auch Jeannie Ebner vor: "His [Herbert Eisenreich] fifth generation (his own) reached maturity after the Second World War and identified with 'the grandfathers' of the early twentieth century: Jeannie Ebner (1918), Marlen Haushofer and Doris Muhringer (1920), Ilse Aichinger and Irmgard Beidl-Perfahl (1921), Fredericke Mayrocker (1924), Ingeborg Bachmann (1926), and Hertha Kraftner (1928)". Im Moment bei Find articles online abzurufen.