Samstag, März 14, 2009

"Die Ewigkeit steht mir nicht" - Wiener Zeitung

Maria Gornikiewicz erinnert sich anlässlich des fünften Todestags Jeannie Ebners in der Wiener Zeitung vom 14. März an die "Grande Dame der österreichischen Nachkriegsliteratur".

Freitag, Januar 23, 2009

Jeannie Ebner als Mentorin

Bei dem erwähnten Vortrag im Sommersemester werde ich mich mit Jeannie Ebner als Mentorin österreichischer Schriftstellerinnen nach 1945 befassen. Abstract: "'Was auffällt an der Generation junger Autorinnen ist ihr Angewiesen-Sein auf männliche Unterstützung, auf Männer, die auch nach 1945 in den Literaturinstitutionen die Macht haben, die Zeitschriften herausgeben, in den Verlagen, Radiostationen und Kulturinstitutionen sitzen' (Christa Gürtler). Der Briefwechsel der österreichischen Schriftstellerin Jeannie Ebner, der zum überwiegenden Teil in der Handschriftensammlung der Wienbibliothek im Rathaus aufbewahrt wird, zeigt, wie Ebner als Funktionärin von Literaturvereinen, als Jurymitglied bei Literaturpreisen, vor allem aber als Redakteurin der Zeitschrift 'Literatur und Kritik versuchte, im literarischen 'Old Boys Network' (Sigrid Schmid-Bortenschlager) der Nachkriegszeit andere Schriftstellerinnen bei ihren literarischen und kulturpolitischen Aktivitäten zu fördern und bei der Suche nach Publikationsmöglichkeiten zu unterstützen. Der Schwerpunkt des Vortrags liegt dabei auf der Korrespondenz mit Hilde Spiel".

Mittwoch, Januar 21, 2009

Vortrag über Jeannie Ebner

Kaum hatte ich alle Jeannie Ebner-Bücher in die Bibliothek zurückgetragen, um mit dem Thema endgültig abzuschließen und auf meinem Schreibtisch den Büchern für mein neues Thema Platz zu machen (siehe auch), wurde ich eingeladen, im Sommersemester einen Vortrag über Jeannie Ebner in Zusammenhang mit Frauennetzwerken zu halten. Das mache ich natürlich gerne - und leihe mir die Bücher wieder aus ;-)

Wechsel des Themas

Im November habe ich beschlossen, mein Diplomarbeitsthema zu wechseln, und kann dank meines neuen Betreuers Roland Innerhofer nun über "Deutschsprachige Star Trek-Fan Fiction. Genre, Kanäle, Motive" schreiben. Dazu gibt es natürlich auch ein Weblog. Jeannie Ebner, ihre Rolle(n) und ihre Literatur werden mich aber nicht loslassen, daher habe ich vor, dieses Weblog weiterzuführen.

Montag, November 17, 2008

90. Geburtstag

Heute hätte Jeannie Ebner ihren 90. Geburtstag gefeiert - am 17. November 1918 wurde sie in Sydney geboren.

Dienstag, Oktober 28, 2008

Buch zu Hertha Kräftners 80. Geburtstag

Im April dieses Jahres wäre Hertha Kräftner 80 Jahre alt geworden, Aus diesem Anlass entstand der Sammelband "Berührungen. Hertha Kräftner zum 80. Geburtstag", der von Katharina Tiwald in der edition lex liszt 12 herausgegeben wurde (ISBN 978-3-901757-84-6). Das Buch wird am Dienstag, dem 4. November 2008, um 19.30 Uhr im Literaturhaus Mattersburg vorgestellt: "LiteratInnen, LiteraturwissenschaftlerInnen, ein Logotherapeut, eine Sexarbeiterin, ein Richter, eine Ärztin, ein Schüler und TeilnehmerInnen der Schreibwerkstatt der Wiener Straßenzeitung 'Augustin' schildern, befragen, lesen Hertha Kräftner und liefern mit ihren Texten ein Kaleidoskop aus verschiedensten Annäherungen".

Donnerstag, Oktober 16, 2008

Menschen mit "Gesicht und Farbe"

Die Ausgabe 24/1964 des "Spiegel" ist online abfragbar, und auf Seite 93 findet sich eine Rezension von Jeannie Ebners Roman "Figuren in Schwarz und Weiß", in der ihr eine Neigung "zu überdehnten und dabei nur halbwüchsigen Aussprachen" nachgesagt wird - aber immerhin hätten zwei Figuren entgegen dem Titel des Buches "Gesicht und Farbe".

"Heimweh" im Radio

Vergangenen Sonntag, 12. Oktober 2008, war in "Du holde Kunst" auf Ö1 auch der Text "Heimweh" von Jeannie Ebner zu hören. Leider hab ich es verpasst, und ein Download ist auch mit Abo nicht möglich.

Sonntag, Oktober 05, 2008

Average time composing one e-mail

Was der Comic "Average time composing one e-mail" illustriert, kommt mir sooo bekannt vor... Der Comic ist am 25. Juli im Rahmen der "PhD Comics" von Jorge Cham erschienen. Die Abkürzung PhD wird in diesem Fall übrigens mit "Piled Higher and Deeper" erklärt ;-)

"alles prä-Ernstl"

Interessant war die Lektüre des Buches "'Strohkoffer'-Gespräche. H.C. Artmann und die Literatur aus dem Keller" von Maria Fialik, erschienen 1998 im Zsolnay-Verlag. Abgesehen davon, dass Jeannie Ebner auch interviewt wurde, wird sie auch öfters von den anderen GesprächspartnerInnen erwähnt. So sagt H.C. Artmann über Jeannie Ebner: "Mein Gott, wie sie in der Praterstraße gewohnt hat, im Hinterhof eines Hurenhotels, das ist aber alles prä-Ernstl - also vor ihrer Heirat -, das hat sie dann halt stilisiert. Aber sie hat immer so einen Bubikopf getragen und ein Hütchen aufgehabt, sie hat ausgeschaut wie gedrechselt. Und diese kurzen Röcke...".

Dienstag, September 23, 2008

Photo mit Bernhard und Effenberger

Auf der Website des Brenner-Archivs zum Nachlass von Elisabeth Effenberger findet sich auch eine Photographie, das Jeannie Ebner mit Thomas Bernhard und Elisabeth Effenberger zeigt.

Montag, September 22, 2008

Zu Gast in Steyr

Aus Peter Landerls Rezension zu Marlene Krispers "Dora Dunkl. Eine Nacherzählung": "In Steyr konzentriert sie [Dora Dunkl] das literarische Leben auf sich, spielt als Gastgeberin der legendären Serenadenabende im Dunklhof, wo sie zu Musikbegleitung Lyrik rezitiert, die Grande Dame. Jeannie Ebner, Rudolf Bayr, Axel Corti, Kurt Klinger, György Sebestyén oder Franz Kain gehörten zur erlesenen, exklusiven Gästeschar".

Ebner ohne Fangemeinde?

"Hertha Kräftners knappes literarisches Werk zu vergessen, ist schon deshalb nicht möglich - und damit unterscheidet es sich von jenem ihrer ZeitgenossInnen Herbert Eisenreich oder Jeannie Ebner -, weil (im Vorfeld) zu ihren runden Geburtstagen sich regelmäßig eine Fangemeinde findet, die die Neuausgabe bzw. Publikation ihres Werkes vorantreibt oder Arbeiten zur Autorin präsentiert", schreibt Christine Schmidjell in ihrer Rezension über Helga Strommers Band "Hertha Kräftners Litaneien. Struktur - Thematik - Sprache", der 2003 in Eisenstadt als Band 109 der Reihe "Wissenschaftliche Arbeiten aus dem Burgenland" erschienen ist.

Donnerstag, September 18, 2008

Archiv-Gespräch in memoriam Wendelin Schmidt-Dengler

"'Arbeitsfelder der Germanistik' war der geplante Titel des Archiv-Gesprächs, das Univ.-Prof. Dr. Wendelin Schmidt-Dengler, der Initiator und langjährige Leiter des Österreichischen Literaturarchivs der Österreichischen Nationalbibliothek, für den 9. Oktober vorbereitet hat. Es war als Abschiedsveranstaltung geplant, da er sich Ende des Jahres aus dieser Funktion zurückziehen wollte. Nach seinem völlig unerwarteten Ableben soll dieses Archiv-Gespräch seinem Andenken gewidmet sein. Es soll zeigen, wie weit sein Einsatz für die Literatur reichte, wie viele Felder seine Arbeit berührte: die Literaturkritik, die Germanistik, das Archiv.
Christoph Ransmayr und Ferdinand Schmatz werden Texte in Bezug auf Wendelin Schmidt-Dengler lesen. Das Gespräch mit den Autoren und ehemaligen SchülerInnen möchte die Bruchlinien und die Beziehungen zwischen der Produktion und Rezeption von Literatur thematisieren. Die vielfältigen Lebenswege und Laufbahnen der Studentinnen und Studenten von Univ.-Prof. Schmidt-Dengler, seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die er während vier Jahrzehnten betreute, dokumentieren sein unermüdliches Engagement außerhalb und innerhalb der literarischen Institutionen. Nicht zuletzt war er Mentor und Gesprächspartner zahlreicher Autorinnen und Autoren". - Quelle: Presseaussendung der Nationalbibliothek auf APA OTS.

Ort und Zeit: Donnerstag, 9. Oktober 2008, 19 Uhr, Oratorium der Österreichischen Nationalbibliothek. Einleitende Worte: Generaldirektorin Dr. Johanna Rachinger (Österreichische Nationalbibliothek), Priv.-Doz. Dr. Volker Kaukoreit (Österreichisches Literaturarchiv). Mit: Christoph Ransmayr (Schriftsteller), Dr. Ferdinand Schmatz (Schriftsteller), Univ.-Prof. Dr. Juliane Vogel (Literaturwissenschaftlerin), Dr. Ulrich Weinzierl (Publizist). Moderation: Priv.-Doz. Dr. Bernhard Fetz (Österreichisches Literaturarchiv).

Samstag, September 13, 2008

Der Mann, der alles wusste

Bei mir als langjähriger Studentin und Diplomandin brauchte die Nachricht vom Tod Wendelin Schmidt-Denglers eine Zeit zum Einsickern, jetzt möchte ich aber den vielen Nachrufen (1, 2, 3, 4) doch ein paar persönliche Worte anschließen. wsd (so hat er selbst oft seine eMails unterzeichnet) hat - nicht nur - durch ein unglaublich vielfältiges Fachwissen beeindruckt. Kaum ein DiplomandInnenseminar ist vergangen, nach dem wir nicht zusammengestanden wären und uns gefragt hätten: "Wie kann sich ein einzelner Mensch so viel merken?" und "Wann macht er das alles?" Wir haben über so unterschiedliche Themen geschrieben, aber dennoch hat unser Betreuer immer durch Hinweise auf die neueste Fachliteratur und unerwartete Querverweise über mehrere Jahrhunderte der Literatur zu überraschen gewusst. Aber auch auf seinen Humor, seine Formulierungsgabe und sein "unprofessorales" Engagement in universitätspolitischen Fragen müssen wir nun verzichten.
Zwei StudienkollegInnen haben ein Schreiben aufgesetzt, das wir DiplomandInnen und DissertantInnen unterschrieben haben und aus dem ich zitieren möchte, weil es uns allen aus der Seele geschrieben vorkommt: "Vor allem die persönlichen Gespräche, in denen Prof. Schmidt-Dengler witzig und bestimmt die Dinge in seiner ganz besonderen Art auf den Punkt brachte, wird uns niemand ersetzen können. Schon Generationen von Studierenden vor uns sprachen mit Bewunderung von seiner Faszinationskraft als Lehrender und auch wir konnten seine ungebrochene Begeisterung jedes Semester neu erleben".

Ich möchte auch noch darauf hinweisen, dass Trauergäste gebeten werden, im Sinne des Verstorbenen anstelle von Blumenspenden die folgenden Organisationen zu unterstützen:

  • Reisestipendien für junge Schriftstellerinnen und Schriftsteller (George Saiko-Stiftung): Bank Austria (BLZ 12 000), Kontonr. 0027 1367518 (IBAN: 381100000271367518, BIC BKAUATWW)
  • Verein Ute Bock: Hypo Bank Tirol (BLZ 57 000), Kontonr. 52011017499
  • Caritas Osteuropa: PSK (BLZ 60 000), Kontonr. 2060000
  • Montag, September 08, 2008

    Wendelin Schmidt-Dengler +

    Heute habe ich zu meiner Bestürzung erfahren, dass Wendelin Schmidt-Dengler gestern verstorben ist. Da mir im Moment die Worte fehlen, verweise ich auf die Nachrufe, die sich unter anderem in der Presse, im Standard, auf ots.at und auf orf.at finden. Ein Zitat aus dem Standard, das "wsd" gut beschreibt: "Ich habe mir vorgenommen, täglich 80 Seiten zu lesen - die Hälfte Belletristik und die Hälfte Wissenschaft - sowie ein bis zwei Typoskriptseiten pro Tag zu verfassen".

    Freitag, August 01, 2008

    Gliederung der Diplomarbeit

    Mein Referat ist ganz gut gelaufen. Ich habe mittlerweile auch eine Gliederung, die ja bei mir immer Voraussetzung dafür ist, etwas zu schreiben. Im August habe ich zwei Wochen Urlaub, da muss ich mich reinstürzen, weil ich aus verschiedenen Gründen Anfang 2009 mit dem Studium fertig sein sollte. Wenn ich doch nur zwei Monate durchgehend daran arbeiten könnte...

  • 1. "Die Wildnis früher Sommer". Sexuelles Erwachen
  • 2. Mutterschaft und Kinderlosigkeit
    2.1 "Morast des Ehebettes". Abtreibung
    2.2 "Immerfort stillen – wie eine Kuh". Mutterschaft und freiwillige Kinderlosigkeit
  • 3. "Der geliebte Ernstl". Eheschließung und Eheleben
  • 4. "Schreiben – nebenbei". Mehrfachbelastung
  • 5. "Ein Bursch direkt". Selbstbestimmte Berufswahl und Akzeptanz im Beruf
  • 6. "Jeannie Ebner wohnt in einem Postfach". Ein Arbeitsplatz für die Schriftstellerin
  • 7. "Mutter der österreichischen Literatur". Ebner als Förderin und Geförderte
    7.1 Hans Weigel und Jeannie Ebner
    7.2 Jeannie Ebner und Hilde Spiel
    7.3 Jeannie Ebner und Thomas Bernhard
  • 8. "Der feinfühlige Jäger". Weibliches Begehren im Alter
  • Hans Weigel-Briefe

    Ich habe mir nun die Briefe, die Hans Weigel an Jeannie Ebner geschrieben hat, kopieren lassen. Einiges interessante Material findet sich darunter. Wie praktisch, dass auch der Weigel-Nachlass in der Wienbibliothek liegt!

    Montag, Juni 16, 2008

    Wiglwogl

    Soll ich an meinem Referat weiterarbeiten, das ich morgen halten soll (ja, ich weiß, es wäre besser schon fertig), oder doch lieber in Ruhe das Match anschauen? Tendiere im Moment zu zweiterem. Sonst sitz ich zwar am Computer, recke den Hals dann aber doch immer in Richtung Fernseher, und dann hab ich morgen ein steifes Gnack.

    Draußen sind die Sterne

    Plötzlich berührte ein leiser Luftzug meine Wange: Maria stand in der offenen Tür. Sie war ganz lautlos gekommen. Sie trug einen verblichenen, losen Mantel, und in ihrem Haar hingen Schneekristalle. Sie war unendlich schön.
    "Komm", sagte sie.
    "Bleib noch", sagte Martha dagegen. "Draußen ist es kalt und sehr dunkel".
    "Draußen sind die Sterne", erwiderte Maria.
    Ich stand wortlos auf und ging mit ihr.

    Jeannie Ebner: "Bei den biblischen Schwestern". In: Die neue Penelope. EIn Jeannie-Ebner-Lesebuch. Hrsg. von Gerhard Trenkler. Graz: Styria 1988, S. 12 - 13